Esther Hoffmann
32 pages · 6.82 EUR
(April 2007)
Aus der Einleitung der Herausgeber
Der Beitrag von Esther Hoffmann verknüpft nachhaltigkeitsbezogene Anforderungen mit dem Konzept des Boundary Spanning, einem Ansatz Organisationsgrenzen überschreitenden Lernens. Die Autorin argumentiert, dass eine nachhaltige Entwicklung Unternehmen vor neue Herausforderungen stellt, indem zum einen neue Themen Bedeutung erhalten und zum anderen zusätzliche Stakeholder relevant werden. Das Konzept des Boundary Spanning kann Unternehmen dabei unterstützen, sich mit neuen Anforderungen einer nachhaltigen Entwicklung und ihren Akteuren zu befassen und Lösungswege zu entwickeln. Durch Interaktion zwischen Unternehmensmitgliedern und Externen kann das Unternehmen Wissen über Veränderungen in der Unternehmensumwelt und externe Anforderungen gewinnen. Dabei lassen sich verschiedene Boundary- Spanning-Aktivitäten unterscheiden, die in unterschiedliche Richtungen laufen: (i) durch Informationsaufnahme ins Unternehmen hinein, (ii) durch Interpretation und Verarbeitung externen Wissens innerhalb des Unternehmens und (iii) durch Beeinflussung und Verhandlung von innen nach außen.
Während mit dem Boundary-Spanning-Ansatz die Prozesse an der Unternehmensgrenze relativ gut beschrieben werden können, reicht das Konzept nicht aus, um den internen Umgang mit externem Wissen zu erklären. Hier ist eine Verknüpfung mit Prozessmodellen des organisationalen Lernens hilfreich, um die internen Prozesse besser zu verstehen.
Die Autorin zeigt, welche Bedeutung Boundary-Spanning-Aktivitäten in den verschiedenen Phasen organisationaler Lernprozesse einnehmen können. In Bezug auf Produktentwicklung sind Boundary-Spanning-Aktivitäten besonders relevant, da Unternehmen hier auf das Wissen von Nutzer/innen und anderen externen Akteuren angewiesen sind. Der Beitrag endet mit Empfehlungen zur effektiven Gestaltung von Boundary- Spanning-Aktivitäten und formuliert Hypothesen zu organisationalem Lernen durch Boundary-Spanning-Aktivitäten.