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Sunday, November 19, 2017
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Der neoliberale Markt-Diskurs

Ursprünge, Geschichte, Wirkungen

"Kritische Studien zu Markt und Gesellschaft"  · volume 1

276 pages ·  29.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-89518-732-2 (March 2009 )

 
 

Die gegenwärtige Krise ist mehr als eine Krise der Wirtschaft. Sie ist auch eine Krise des neoliberalen Projekts, das die Wirtschaft und die Gesellschaft nachhaltig verändert hat. Es beruht auf dem vorbehaltlosen Glauben an den 'freien Markt', an die Selbstregulierung eines blinden Mechanismus und an die segensreichen Wirkungen der Marktkräfte. Ziel des Buches ist es,

- den gemeinsamen Kern, der den unterschiedlichen marktradikalen Denkrichtungen zugrunde liegt, herauszuarbeiten,

- die neoliberale Epoche von früheren Stadien zu unterscheiden,

- den Einfluss von Theorien auf den öffentlichen Diskurs zu untersuchen, und

- ihre Durchsetzung auch im Zusammenhang mit einem Meinungsklima zu sehen, zu dem ÖkonomInnen aktiv beigetragen haben.

Mehrere Autoren analysieren die neoliberalen Denkformen und Diskurse, indem sie auf die theoretischen Konzeptionen eines hegemonialen Projekts (in der Tradition von Gramsci) bzw. eines dominanten Diskurses (in der Tradition von Foucault) Bezug nehmen. Hier wird das ursprüngliche Vorhaben von August Friedrich Hayek und seiner Mitstreiter in der Mont Pélerin Society sichtbar. Dieser Aspekt wird in diesem Band durch theoretische Überlegungen ergänzt: Welche Konzepte, Vorstellungen, Metaphern oder Bilder lagen bzw. liegen dem neoliberalen Diskurs stillschweigend zugrunde? Welches sind die Entstehungsbedingungen und historischen Hintergründe dieser Bilder? Welche wirtschaftswissenschaftlichen Theorien, welche Ethik und welches Wissenschaftsverständnis lag (und liegt) dem marktradikalen Denken zugrunde? Welche Formen und Ausprägungen können in ausgewählten gesellschaftlichen Bereichen beobachtet werden?

Forum Politikunterricht 3/2009, S. 82-83 ()

"Nur wenige wirkliche Querdenker fragen heute nach Voraussetzungen und Grenzen dieses Paradigmas. Der Sammelband "Der neoliberale Markt-Diskurs" präsentiert solche unorthodoxen Aufsätze. Karl-Heinz Brodbeck zum Beispiel analysiert die Systematik des Wuchers im Renditekapitalismus, Claus Thomasberger entlarvt die fragwürdige Freiheitsrethorik des Neoliberalismus und Sylvie Geisendorf zeigt, wie sehr physikalische Metaphern die neoklassische Wirtschaftstheorie prägen und ihr die Glaubwürdigkeit einer Quasi-Naturwissenschaft verleihen. Der Leser kann in diesen klugen Beiträgen lernen, dass nicht primär individuelles Fehlverhalten wie die berühmte Gier der Manager für die Krise verantwortlich zu machen ist, sondern ein kollektiv falsches Bewusstsein über eine Wirtschaftspraxis, die zwar historisch gewachsen ist, heute aber an ihre Grenzen stößt."

Zeitschrift für Politikwissenschaft, HR 2.2; NR 2.22, 2.3, 2.333, 2.35, 2.342, 5.43, 5.45, 15.12.2009 ()

"Für die Autoren ist die momentane Wirtschaftskrise in erster Linie eine Krise des vorbehaltlosen Glaubens an einen segensreichen, sich selbst regulierenden freien Markt. Dieser Glaube habe über viele Jahre hinweg die politischen und ökonomischen Eliten beherrscht und sei von den Medien unreflektiert übernommen worden. Die Autoren kritisieren, dass als Folge dieses Glaubens an eine neoliberale Ordnung Liberalisierung, Privatisierung und Deregulierung gefördert und der Abbau des Sozialstaates betrieben wurde. Sie analysieren die neoliberalen Denkformen und Diskurse, die hinter dieser Entwicklung stehen und fragen nach den Konzepten und Vorstellungen, die diesen Diskursen zugrunde liegen. Darüber hinaus diskutieren sie die Ethik des marktradikalen Denkens und untersuchen die gesellschaftlichen Ausprägungen. Dies geschieht anhand von Fallstudien aus vier nach Auffassung der Autoren vom neoliberalen Denken beherrschten Politikfeldern. Dabei handelt es sich um die Arbeitsmarktpolitik, die Agrarpolitik, den Bereich der Kirchen sowie den in den Medien geführten wirtschaftlichen Diskurs. Letzteren konkretisiert Jürgen Nordmann anhand wichtiger Printmedien im deutschen Sprachraum. Nordmann kritisiert, dass die öffentliche Debatte in Politik, Wissenschaft und Medien, indem sie lediglich über die Höhe der Hilfsleistungen für Banken und Konzerne sowie das Ausmaß an staatlicher Mitsprache diskutiere, an keinem Punkt über die innerkapitalistische Logik hinausgehe: "Die Grundsatzfrage, ob überhaupt ein solch helfender Eingriff in den Markt respektive für das am Boden liegende neoliberale Marktsystem geboten ist, wird ausgespart" (258)"


the authors
Prof. Dr. Walter Otto Ötsch
Walter Otto Ötsch Johannes Kepler Universität Linz, Institut für Volkswirtschaftslehre und ICAE - Institut for Comprehensive Analysis of the Economy, Universität Linz. [more titles]
Prof. Dr. Claus Thomasberger
Claus Thomasberger FHTW Berlin, International Economics [more titles]
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  • Forum Politikunterricht 3/2009, S. 82-83 more...
  • "in erster Linie eine Krise des vorbehaltlosen Glaubens an einen segensreichen, sich selbst regulierenden freien Markt." ...
    Zeitschrift für Politikwissenschaft, HR 2.2; NR 2.22, 2.3, 2.333, 2.35, 2.342, 5.43, 5.45, 15.12.2009 more...
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