sprache deutsch
sprache english
» shopping cart
0 article(s) - 0.00 EUR


Sunday, September 24, 2017
 welcome page » policy  » economic policy 

Die Ordnung der Reformen und die Reform der Ordnungen: Facetten politischer Ökonomie

386 pages ·  29.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-89518-667-7 (March 2008 )

 
 

Dieser Sammelband ist ein "joint venture" im wahrsten Sinne: Es ist "joint", weil hier eine Gruppe von Ökonomen dasselbe Grundproblem - Reformen - unter einem vergleichbaren methodischen Blickwinkel - der Politischen Ökonomie - analysiert; es ist ein "venture", weil es eine Zusammenfassung von Forschungsaktivitäten zu notwendigerweise unterschiedlichen, aber dem zugrundliegenden Reformproblem intensiv verbundenen Themen präsentiert. Es bietet eine breite Palette von Sichtweisen, in der sich Theoriebeiträge, Problemanalysen und Policy-Ansätze finden lassen, was aber nicht heißt, dass sie nicht eine gemeinsame Philosophie verbinden würde: Diese gemeinsame Philosophie besteht zum einen darin, dass die Bundesrepublik einen immensen Rückstau an notwendigen Reformen in ihrem Wirtschafts- und Sozialsystem aufweist, und in den Diagnosen und Ursachen sind sich die Autoren weitgehend mit dem Zeitgeschichtler Paul Nolte einig, der das Schlagwort der "blockierten Republik" geprägt hat. Zum anderen besteht Konsens, dass Reformen innerhalb gegebener Ordnungen per se nur dann nachhaltig sein können, wenn ein Leitbild einer zukünftigen Ordnung existiert, eine Gesellschaft also weiß, wohin sie will, und Reformen dementsprechend auch zukunftsfähig gestaltet werden können.

Beide Facetten werden im vorliegenden Buch behandelt: Der erste Teil des Buches fragt im Rahmen zweier Beiträge nach der ordnungspolitischen Perspektive von Reformen, also danach, was die Leitplanken einer neuen Ordnung sein können, die sich im zukunftsgerichteten ordnungspolitischen Diskurs ergeben sollten. Wo wollen wir hin, unter welcher Ordnung wollen wir leben, vielleicht aber auch: Wo müssen wir hin, unter welcher Ordnung müssen wir leben? Der zweite Teil beschäftigt sich in vier Beiträgen mit der komplementären Fragestellung, nämlich den Reformbedarfen, die aus der beobachtbaren und unerwünschten Wirkung eines Phänomens innerhalb der gegebenen Ordnung entstehen, sowie den Problemen, die mit der öffentlichen Vermittlung von Reformpolitik verbunden sind. Hier wird also wesentlich an "ruhende" Ordnungen angeknüpft - der Verfassung des Staates selbst oder ordnungspolitischen Grundentscheidungen innerhalb von Subsystemen, von denen einige ihrer Elemente im Laufe der Zeit dysfunktional geworden sind, also nicht mehr der "reason of rules" (Buchanan) entsprechen.

Ordo, Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft, Bd. 62 (2011), S. 577-581 ()

"Festschriften haben in Deutschland eine lange Tradition. Dieses einem Gelehrten gewidmete Werk stellt für Herausgeber eine große Herausforderung dar. Die einzelnen Beiträge von Kollegen, Schülern und Freunden sollten eine thematische Nähe zu den bevorzugten Interessengebieten des Jubilars aufweisen und zugleich einen Reflex vom intellektuellen Radius des Wissenschaftlers, seinem methodischen Profil und seinem gedanklichen Reichtum geben. In der Realität gibt jedoch häufig die Zufälligkeit der in dem Band versammelten Themen Anlass zur Kritik.

Auf die von Wolf Schäfer, Andrea Schneider und Tobias Thomas zu Ehren von Klaus W. Zimmermann konzipierte Festschrift trifft dies nicht zu. Die Beiträge sind thematisch geordnet und weisen alle einen Zusammenhang zum wissenschaftlichen Profil von Klaus W. Zimmermann auf. Im ersten Teil der Festschrift geht es um die "Politische Ökonomie der Ordnung". Die Beiträge im zweiten Teil wurden unter der Überschrift ?Neue Politische Ökonomie? zusammengefasst. Im dritten Teil der Festschrift "Umwelt- und Regionalökonomie" wird der Bezug zum Schaffen von Klaus W. Zimmermann besonders deutlich, da er als geschäftsführender Herausgeber der Zeitschrift für Umweltpolitik und Umweltrecht die Entwicklung eines ganzen Politikfeldes in Deutschland maßgeblich mit gestaltet hat. Der vierte Teil wirkt hingegen im Vergleich zu den vorherigen drei Teilen eher als ein Sammelbecken für die drei verbliebenen Beiträge, welche unter einer behelfsmäßigen Überschrift zusammengefasst wurden und streng genommen keine Gemeinsamkeiten aufweisen. Gleichwohl ist dies keine Kritik an den Herausgebern. Es ist schlichtweg schwierig, alle Beiträge unter einen (thematischen) Hut zu bringen. Vielmehr ist die Gruppierung der Beiträge in vier Teile positiv hervorzuheben. Dass dabei gewisse Kompromisse gemacht werden müssen, ist nachvollziehbar.

Kurzum: Es ist gut, dass die Herausgeber Klaus W. Zimmermann im Vorfeld nicht über das Erscheinen der Festschrift informiert haben. Ihrer Einschätzung nach hätte es der Jubilar nicht zugelassen, dass dieses Buch erscheint. In diesem Fall wäre es leider nicht zu dieser sehr lesenswerten Lektüre gekommen, die einen guten Einstieg und Überblick über das Themenfeld der (Neuen) Politischen Ökonomie ermöglicht.



Recht und Politik, 1/2010, S. 61-63 ()

"Der Titel des vorstehenden Buches macht jene neugierig, die sich wissenschaftlich darüber wundern, dass in den demokratischen, sogenannten offenen Gesellschaften des Westens und insbesondere in Deutschland Reformen, wenn überhaupt, nur schleppend vorankommen. Dieses interdisziplinäre Interesse an der politischen Ökonomie von Reformen wird bei einem Blick auf das anspruchsvolle Inhalstverzeichnis und die Zahl ebenso anspruchsvoller Themen noch größer. Neben Grundsatzbeiträgen wie dem von Jörn Kruse "Das Monopol für demorkatische Legitimation und seine Überwindung" gibt es sehr präzise Fachbeiträge wie den von Stefan Bayer "Zur Renaissance des Konzepts der Eigenverantwortung im Sozialversicherungssystem der Bundesrepublik Deutschland".

Eine einleitende Skizze von den beiden Herausgebern Bayer und Zimmermann gibt Auskunft über die Genese des Buches. Es sei entstanden, so schreiben sie, als einige Ökonomen im Umfeld der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg in Diskussionen festgestellt hätten, dass sie Reformen unter einen vergleichbaren methodischen Blinkwinkel der politischen Ökonomie untersuchten. Hinzugekommen sei die gemeinsame Feststellung eines erheblichen Rückstaus notwendiger Reformen im Wirtschafts- und Sozialsystem der Bundesrepublik Deutschland.

Entstanden ist indes nicht eine systematsiche politische Ökonomie über die Voraussetzungen von Reformen und ihrer Durchführung in Deutschland, sondern ein Sammelband anregender, zum Teil beachtlicher interdisziplinärer Überlegungen zum oben genannten Thema. Neben Klassikern, die revisiert werden ("Zur Anatomie der Staatsquote") von Dluhosh und Zimmermann oder der Hommage an Mancur Olson ist der Beitrag von Jörn Kruse "Zur konstitutionellen Reform unserer staatlichen Strukturen" meinungsbildend und mutig. Mutig ist er deshalb, weil sich Kruse an ein Thema heranmacht, das bisher Staatsrechtlern vorbehalten war bzw. von dem Staatsrechtler meinten, dass nur sie hierüber etwas Wesentliches aussagen könnten."

Zeitschrift für Politikwissenschaft, HR 2.32, NR 2.331, 2.342, 13.1.2009 ()

"Punktuelle Reformen innerhalb von Ordnungen transformieren diese Ordnungen" (11) und können widersprüchliche Wirkungen entfalten. Sollen Reformen nachhaltig sein, so bedürfen sie eines Leitbildes einer künftigen Ordnung - so die gemeinsame Klammer der hier versammelten Analysen aus der Feder von Ökonomen an der Helmut-Schmidt-Universität. Auch besteht Einigkeit darin, dass Deutschland einen besonderen, seit vielen Jahren aufgelaufenen Reformstau aufweist und insbesondere in den 80er-Jahren eine Modernisierung der Ordnung versäumt wurde. Wie diese Ordnung aussehen könnte, diskutieren die Autoren sowohl in theoretisch orientierten Beiträgen als auch anhand konkreter Problemanalysen - dabei sparen sie nicht mit offensiven Reformvorschlägen. Statt mit "tradierten Institutionen gute alte Zeiten zu beschwören", so Zimmermann und Daniel Horgos in ihrer Analyse zum Zusammenhang von Interessengruppen und Wirtschaftsleistung, gehöre der "Abschied vom Umverteilungsstaat und zwei besonders deutschen Institutionen" (191), - gemeint sind der Korporatismus sowie die real existierende soziale Marktwirtschaft -, auf die Tagesordnung. Und Jörn Kruse, der eine kritische Analyse der Funktionalitätsprobleme des politischen Systems vornimmt, benennt am Ende verschiedene Reformperspektiven, die zum Teil mit "radikale[n] Eingriffe[n] in den Kern der parlamentarischen Demokratie" (203) verbunden sind.


the authors
Dr. Stefan Bayer
Stefan Bayer 1995-2004 wissenschaftlicher Mitarbeiter bzw. Assistent am Lehrstuhl für Finanzwissenschaft und Umweltpolitik (Prof. Cansier) der Universität Tübingen. Ab 1.9.2004 Dozent für Ökonomie/Ökologie" im Fachbereich Sozialwissenschaften an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. [more titles]
Prof. Dr. Klaus W. Zimmermann
Institut für Finanzwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universtität, Universität der Bundeswehr Hamburg, kwzi@hsu-hh.de; Hauptarbeitsgebiete: Neue Politische Ökonomie, Verfassungsökonomie, Umweltökonomik. [more titles]
known reviews by the publisher
  • "sehr lesenswerte Lektüre " ...
    Ordo, Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft, Bd. 62 (2011), S. 577-581 more...
  • "meinungsbildend und mutig" ...
    Recht und Politik, 1/2010, S. 61-63 more...
  • Zeitschrift für Politikwissenschaft, HR 2.32, NR 2.331, 2.342, 13.1.2009 more...
that may interest you, too
essays as pdf downloads