Rolf Hasse
14 pages · 5.49 EUR
(January 2011)
Aus der Einleitung:
Überraschend war an der Lissaboner Erklärung des Europäischen Rates von März 2000 die konkrete Form der Zielsetzung; die Ein- und Überholungsthese rief Erstaunen und Erinnerungen an vergangene sowjetische Thesen hervor. Gleichzeitig wurde ein Ziel- und Indikatorenbündel formuliert, das durch die Steigerung der nationalen F+E-Ausgaben von 1,9 % auf 3 % des BIP verwirklicht werden sollte. Der private Anteil sollte dabei von 56 % auf zwei Drittel steigen. Auf den nationalen Ebenen wurde zögerlich reagiert, nur einige Länder forcierten nachhaltig ihre Anstrengungen. Zwar verbesserte sich das Niveau der Innovationsfähigkeit, aber die Zuordnung der Länder zu den drei Gruppen blieb von 2003 bis 2007 erstaunlich stabil. Zur Gruppe der Innovationsführer (Schweden, Schweiz, Finnland, Israel, Dänemark, Japan, Deutschland, Großbritannien und die USA) schloss nur Luxemburg auf. Die Gruppe der Innovationsfolger (Island, Irland, Österreich, die Niederlande, Frankreich, Belgien und Kanada) blieb unverändert. In die Gruppe der mäßigen Innovatoren (Estland, Australien, Norwegen, Tschechische Republik, Slowenien, Italien, Spanien) stiegen aus der Gruppe der Aufholenden Länder (Ungarn, Griechenland, Portugal, Slowakei, Polen, Kroatien, Bulgarien, Lettland) Zypern und Malta vor. Die Türkei liegt in ihrem Innovationsniveau unter allen anderen beobachteten Ländern. Ebenso wurde festgestellt: "The innovation gap between the EU and its two main competitors, the US and Japan, has been decreasing but remains significant. The US keeps its lead in 11 out of 15 indicators for which comparable data are available, and Japan keeps its lead in 12 out of 14 indicators." Damit ist das angestrebte Ziel außer Reichweite und wurde bescheidener formuliert, gleichzeitig aber die Intensität der Anstrengungen auf der Gemeinschaftsebene verstärkt. Damit wurde die veränderte Gemeinschaftskompetenz im F+E-Bereich unterstrichen.