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Friday, December 15, 2017
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Die Tugend der Governance

"Studien zur Governanceethik"  · volume 4

181 pages ·  22.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 3-89518-546-9 (March 2006 )

 
 

Aus der normativen Perspektive ist die Governanceethik eine starke Form der Tugendethik. Die Governanceethik versteht individuelle Tugenden nicht als isolierte Präferenzen, sondern als individuelle und organisationale Ressourcen zur moralischen best practice. Ihre Erkenntnis, dass Legitimität und Bereitschaft, tugendhaft zu handeln, dafür alleine nicht ausreichen, führt zu der Schlussfolgerung, dass es sowohl der Bereitschaft als auch der Fähigkeit gesellschaftlicher Akteure bedarf, moralische Ansprüche an Handeln und Verhalten zu realisieren.

Der systematische Referenzpunkt der Governanceethik als Tugendethik ist daher nicht die Begründung moralischen Handelns, sondern die Erkundung und Gestaltung der individuellen, organisationalen und institutionellen Bedingungen seiner erfolgreichen Realisierung. Hier geht es im Kern darum, die Optionen moralischer Transaktionen möglichst vollständig zu erfassen und den Kreis der Handlungsalternativen durch Bewertung zu erweitern. In diesem Sinne ist Governance selbst eine moralische Kategorie, deren Referenzpunkt die Kooperation zum wechselseitigen Vorteil ist.

Die Beiträge von Birger P. Priddat, Guido Palazzo, Markus Becker, Michael Schramm, Christian Lautermann, Reinhard Pfriem, Matthias Kettner und Josef Wieland kreisen daher zunächst um die Frage, in welchen Hinsichten der theoretische Anspruch der Governanceethik als Tugend eingelöst werden kann. Kritik, vor allem aus der Sicht der Diskursethik, wird dazu angemeldet. Aber es geht um mehr, es geht um die Bedeutung der Tugenden in modernen Gesellschaften. Müssen wir das klassische Konzept der Tugenden neu definieren, um deren Anwendungsfähigkeit zu sichern? Wie ist es um das Verhältnis von Begründung und Anwendung bestellt? Wird ein solches Konzept in der Lage sein, die Diversifität global vorfindlicher Tugendvorstellungen zu verarbeiten und gleichzeitig gemeinsames moralisches Lernen in und mittels wirtschaftlicher Kooperationen zu fördern?

Josef Wieland
Die Tugend der Governance. Reflexion und Kritik

Birger P. Priddat
Tugend als social strings

Guido Palazzo
Die Rückkehr des Individuums in die Governanceethik - Polylingualität als Einfallstor der Tugend

Michael Schramm
Das Management moralischer Interessen. Zur Praxisrelevanz von Tugenden in der Wirtschafts- und Unternehmensethik

Markus C. Becker
What is the role of virtues for governing knowledge? A management perspective

Christian Lautermann/Reinhard Pfriem
Es darf gewollt werden. Plädoyer für eine Renaissance der Tugendethik

Josef Wieland
Tugenden in der chinesischen Kultur Die Governance kulturellen Managements

Matthias Kettner
Governing Virtue and Vice. Diskursethische Bemerkungen zur Governanceethik

Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen, 3/2009 ()

"Der Konstanzer Wirtschaftsethiker Josef Wieland hat sich in den letzten Jahren innerhalb der wirtschafts- und unternehmensethischen Diskussion neben den Entwürfen von Peter Ulrich, Horst Steinmann und Karl Homann mit einem eigenständigen Forschungsansatz profiliert. Wielands theoretischer Zugriff auf das Verhältnis von Ethik und Ökonomik erfolgt unter dem Begriff der Governanceethik, deren Grundidee es ist, dass sich alle herkömmlichen Probleme der Wirtschafts- und Unternehmensethik mikroanalytisch als die moralische Dimension abgrenzbarer wirtschaftlicher Transaktionen darstellen lassen. Diese moralische Dimension ist - so die weitere Überlegung - eine mathematische Funktion individueller Selbstbindungsstrategien, involvierter formaler und informaler Institutionen sowie relevanter Koordinations- und Kooperationsmechanismen einer Organisation bzw. eines Unternehmens. Individuelle Selbstbindung umfasst die Bereitschaft und die Fähigkeit eines Akteurs, moralische Werte in seinen Handlungen zu realisieren. Damit versucht Wieland in seiner Governancefunktion zu verdeutlichen, dass die Tugendethik notwendiger Bestandteil der unternehmerischen Governancestruktur ist. Dabei versteht die Governanceethik individuelle Tugenden nicht als isolierte Präferenzen, sondern als unternehmerische Ressourcen für ein besseres moralisches Handeln. Ihr systematischer Referenzpunkt als Tugendethik ist nicht die Begründung moralischen Handelns, sondern die Analyse und Entwicklung erfolgversprechender Bedingungen einer Realisierung. Im Kern geht es darum, die Optionen einer Realisierung moralischer Transaktionen möglichst vollständig zu erfassen und - in normativer Hinsicht - zu bewerten und zu verbessern. Vor diesem hier nur kurz skizzierten Hintergrund beschäftigen sich die Beiträge von Birger P. Priddat, Guido Palazzo, Markus C. Becker, Michael Schramm, Christian Lautermann, Reinhard Pfriem, Josef Wieland und Matthias Kettner mit der Frage, wie der oben beschriebene Anspruch der Governanceethik eingelöst werden kann. Darüber hinaus geht es um die Bedeutung von Tugenden in modernen Gesellschaften. Sind klassische Tugendverständnisse überhaupt noch anwendbar oder müssen bisherige Vorstellungen von Tugenden neu definiert werden? In welchem Verhältnis stehen Begründung und Anwendung von Tugenden in der globalisierten Welt? Kann die Governanceethik die große Vielfalt vorhandener Tugendvorstellungen aufnehmen und auf dieser Basis ein gemeinsames moralisches Lernen unterstützen?

Mit der Herausgabe des vorliegenden Bandes leistet Josef Wieland einen weiteren wertvollen Beitrag zur Integration moralischer Werte in die Betriebswirtschaftslehre. Die sowohl theoretisch als auch empirisch fundierten Beiträge ermöglichen dem Leser eine multiperspektivische Auseinandersetzung mit den Wieland´schen Überlegungen zur Governanceethik. Es wird deutlich, dass sowohl individuelle als auch kollektive Akteure auf eine genuin moralische Kommunikation angewiesen sind. Wielands Intention, moralisches Lernen zu fördern, ist daher voll und ganz zuzustimmen."




the author
Prof. Dr. Josef Wieland
Josef Wieland Josef Wieland is Professor of Institutional Economics – Organizational Governance, Integrity Management & Transcultural Leadership and Director of the Leadership Excellence Institute Zeppelin (LEIZ) at Zeppelin University, Germany. [more titles]
known reviews by the publisher
  • "wertvoller Beitrag zur Integration moralischer Werte in die Betriebswirtschaftslehre" ...
    Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen, 3/2009 more...
  • Zeitschrift für Politikwissenschaft - Bibliographie 2/2007
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