sprache deutsch
sprache english
» shopping cart
0 article(s) - 0.00 EUR


Monday, December 11, 2017
 welcome page » economy  » development, growth & knowledge  » growth, development & structural change 

Entwicklungspolitik als Arbeitspolitik

Kultursensible Decent Work-Strategien der International Labour Organization

"Hochschulschriften"  · volume 143

519 pages ·  44.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1021-2 (July 2013 )

 
 

Immer schneller scheinen sich die Moden und Methoden der Entwicklungspolitik zu wandeln. Die zentrale Bedeutung, die dem Faktor Arbeit für sämtliche entwicklungstheoretische Diskurse zukommt, wird dabei zumeist übersehen. Zugleich haben angesichts vielfacher Krisen auf den Finanz- und Arbeitsmärkten in den letzten Jahren die Debatten um eine neue Global Governance-Architektur zugenommen. Jedoch spielt auch in diesen Diskussionen die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) als älteste Sonderorganisation der Vereinten Nationen kaum eine Rolle.

Demgegenüber deutet Markus Demele die Agenda für menschenwürdige Arbeit der ILO als grundlegende Entwicklungsstrategie und prüft sie am Beispiel des Decent Work Country Programmes in Kenia auf ihre entwicklungspraktische Umsetzbarkeit. Dabei setzt er die Agenda ins Verhältnis sowohl zu traditionellen als auch zu aktuellen Entwicklungsparadigmen und ihren korrespondierenden Kritiken, wie beispielsweise jener der Post-Development-Schule. Ausgehend von der theoretischen Begründung für kultursensible Entwicklungsprogrammatiken wird die These entfaltet, Entwicklungspolitik künftig als internationale Arbeitspolitik zu verstehen und entsprechend zu gestalten. Damit wird der ILO im künftigen Gefüge internationaler Organisationen eine prominente Rolle zuerkannt: Weitet sie den von ihr für zentral erachteten Sozialdialog durch die Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure und kulturellerer Institutionen aus, kann sie gerade in Entwicklungsländern arbeitspolitische Inhalte und arbeitsrechtliche Normen mit großer Legitimität formulieren und in Programmen technischer Hilfe implementieren.

Zudem werden Empfehlungen formuliert, wie die ILO selbst institutionell weiterentwickelt werden kann und welche Rolle ihr in einer künftigen Global Governance-Architektur zukommen sollte. Es geht um das Ziel, dass universale Rechte bei der Arbeit global durchsetzbar werden und die Menschen in den verschiedenen sozioökonomischen Kontexten die Möglichkeit erlangen, frei zu entscheiden, welche Entwicklungswege sie jenseits dominierender Modernitätsleitbilder kapitalistischer Prägung beschreiten wollen.

Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/38376-entwicklungspolitik-als-arbeitspolitik_45196, veröffentlicht am 07.05.2015. ()

"Vor dem Hintergrund zunehmender Kritiken an entwicklungspolitischen Akteuren und Praktiken analysiert Demele mit der Arbeitspolitik ein bislang eher vernachlässigtes Feld entwicklungspolitischer Initiativen. Die Bedeutung der Thematik leitet er von der These ab, "dass die Notwendigkeit von Entwicklungspolitik [...] in der zentralen Konfliktlinie begründet ist, die das Verhältnis von Kapital und Arbeit darstellt" (19). Der Autor nimmt die "Agenda für menschenwürdige Arbeit" (Decent Work Agenda) der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) als Ausgangspunkt und untersucht die Umsetzung, Auswirkungen und Probleme der Agenda am Beispiel des ILO‑Landesprogramms für Kenia. Einer ausführlichen Auseinandersetzung mit der Arbeits‑ und Funktionsweise der ILO sowie einer detaillierten Betrachtung der entwicklungstheoretischen Aspekte der Agenda folgt eine kritische Diskussion des Stellenwerts kultureller Aspekte der Decent‑Work‑Strategie: Demnach werden kulturelle Phänomene entweder als bewahrenswert oder aber als Entwicklungshemmnisse definiert, während arbeitspolitische Entwicklungsinitiativen allein einem ökonomischen Reduktionismus unterliegen. Demele arbeitet diesen Punkt anhand seiner Länderstudie zu Kenia aus und zeigt, dass das ILO‑Landesprogramm der spezifischen soziokulturellen Prägung kenianischer Produktions‑ und Wirtschaftsstrukturen nur sehr begrenzt Rechnung tragen kann. Diese Einschätzung ändert freilich nichts an seiner Schlussfolgerung, dass Entwicklungspolitik verstärkt als Arbeitspolitik zu gestalten gilt, die mittels eines "fokussierte[n] Sozialdialog[s]" (382) eine Verknüpfung von beschäftigungs‑, sozial‑ und wirtschaftspolitischen Fragen vornimmt, anstatt sich auf eine rein alimentierende und/oder wettbewerbsfördernde Entwicklungspolitik zu beschränken. Im Rahmen der Agenda für menschenwürdige Arbeit sollte der ILO hierbei eine zentralere Rolle als bisher in der Global‑Governance‑Architektur zukommen, angesichts der hier aufgedeckten Unzulänglichkeiten legt der Autor ihr jedoch noch einige strategische Empfehlungen ans Herz."

Peripherie, Heft 133, März 2014, S. 118 ()

"Der Autor bearbeitet gut strukturiert und methodisch valide ausgerichtet seine Erkenntnisziele und belegt sie an der Agenda für menschenwürdige Arbeit Kenias."


"Der deutsche Ökonom Markus Demele deutet die "Agenda für menschenwürdige Arbeit" der "Internationalen Arbeitsorganisation" (ILO) als grundlegende Entwicklungsstrategie und prüft sie am Beispiel des "Decent Work Country Programme" in Kenia auf ihre entwicklungspraktische Umsetzbarkeit. Dabei setzt er die Agenda ins Verhältnis zu traditionellen und aktuellen Entwicklungsparadigmen sowie ihren korrespondierenden Kritiken wie beispielsweise jener der Post-Development-Schule. Der ILO erkennt Demele in einer künftigen Global Governance-Architektur eine prominente Rolle zu: Weitet sie den von ihr für zentral erachteten "Sozialdialog" durch die Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure und kultureller Institutionen aus, kann sie in Entwicklungsländern arbeitspolitische Inhalte und arbeitsrechtliche Normen mit großer Legitimität formulieren und in Programmen technischer Hilfe implementieren."

Amos International 4/2013, S. 50.52 ()

"Markus Demele hat mit seinem Buch eine bestechende Arbeit vorgelegt, die sowohl durch die Fülle und ansprechende Präsentation des rezipierten Forschungsmaterials wie auch durch die stets hochreflektierte und immer nachvollziehbare Argumentation überzeugt, die außerdem in wichtigen Strategieempfehlungen für die ILO mündet. Eine Lektüre sei zuallererst den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ILO selbst empfohlen, aber selbstverständlich wird auch der Leser, der sich arbeitsweltpolitisch bilden möchte, reichhaltigen Nutzen aus diesem Werk ziehen können."

Ethik und Gesellschaft, Ökumenische Zeitschrift für Sozialethik, 2/2013 ()

"Die Impulse, die Demele stärken will, sind neben der stabilen Finanzierung der Entwicklungspolitik und einer breiten Implementierung von Reformvorschlägen die Stärkung der Arbeit, die stärker subsidiäre Dezentralisierung und die Steigerung sozialer Produktivität. In diesen Punkten ist der Ansatz von Demele nur zu stärken. Insgesamt gelingt Demele ein sehr wichtiger Beitrag zum entwicklungspolitischen Diskurs, der über die ILO und Kenia hinausweist und die gesamte Diskussion sehr bereichern kann. Es bleibt zu hoffen, dass diese Arbeit, die einen guten Bogen zwischen Entwicklungstheorie, -strategie und konkreter Politik leistet, sowohl unter Theoretikern als auch unter Praktikern der Entwicklungszusammenarbeit eine breite Leserschaft findet.

Informationsbrief Weltwirtschaft und Entwicklung, September 2013, S. 6 ()

"Das Buch ist ein Plädoyer für die schrittweise Rückeroberung eines Status, der der alten Dame ILO in der Landschaft der internationalen Organisationen wegen ihrer Bedeutung als friedens- und demokratiestärkender Kraft zusteht.

Die ILO steht für die Position, dass Armut und Marginalisierung nur durch menschliche Arbeit, in Anerkennung der Würde der - formell oder informell - Arbeitenden überwunden werden kann. ...

Der Forschungsausblick schließlich birgt eine Fundgrube für die Entwicklungsagenda der ILO. Demele verweist auf die Weiterentwicklung der ILO als Institution, auf die Einbeziehung der Arbeits- und Wirtschaftskulturforschung und ganz aktuell im Kontext der Nachhaltigkeitsdebatte auf die Rolle der ILO im Wachstumsdiskurs. Insgesamt ist die Dissertation vor allem deshalb lesenswert, weil sie Hinweise zur Weiterentwicklung der Global Governance im Sinne einer sozialverträglich gestalteten Globalisierung bietet.


the author
Dr. Markus Demele
Markus Demele Jg. 1978, seit September 2013 Generalsektretär des Internationalen Kolpingwerkes, Köln. 2006 Studium der BWL in Lüneburg und der Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen Frankfurt am Main. Seitdem war er je zu 50 Prozent als Referent für Jura und Wirtschaftswissenschaften in der Katholischen Hochschulgemeinde an der Universität Frankfurt am Main und als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Nell-Breuning-Institut in Frankfurt am Main tätig.
known reviews by the publisher
  • "analysiert vernachlässigtes Feld entwicklungspolitischer Initiativen" ...
    Portal für Politikwissenschaft, http://pw-portal.de/rezension/38376-entwicklungspolitik-als-arbeitspolitik_45196, veröffentlicht am 07.05.2015. more...
  • "gut strukturiert" ...
    Peripherie, Heft 133, März 2014, S. 118 more...
  • Österreichische Forschungsstiftung für internationale Entwicklung more...
  • "überzeugt"
    Amos International 4/2013, S. 50.52 more...
  • "der über die ILO und Kenia hinausweist und die gesamte Diskussion sehr bereichern kann" ...
    Ethik und Gesellschaft, Ökumenische Zeitschrift für Sozialethik, 2/2013 more...
  • "Hinweise zur Weiterentwicklung der Global Governance im Sinne einer sozialverträglich gestalteten Globalisierung" ...
    Informationsbrief Weltwirtschaft und Entwicklung, September 2013, S. 6 more...
that may interest you, too