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Saturday, April 21, 2018
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Irrtum und Wahrheit über die Reallohnentwicklung seit 1990

Gegen den Mythos einer jahrzehntelangen Reallohnstagnation

106 pages ·  14.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1309-1 (January 2018 )

 
 

Wissenschaftliche Publikationen, die Bundesregierung und die Medien verbreiten seit einigen Jahren, die Reallöhne der Arbeitnehmer heute seien nicht höher als vor 20 oder 25 Jahren. Die unteren 40% der realen Stundenlöhne seien sogar deutlich gesunken, während die oberen leicht zugenommen hätten. Diese Feststellungen - z.B. von Marcel Fratzscher (Präsident des DIW), einer DIW-Studie von Karl Brenke und Alexander Kritikos, einer Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation oder von Sahra Wagenknecht - blieben bisher unwidersprochen. Sie wären, falls sie stimmten, ein schlimmes Zeugnis für die Lohnergebnisse der Gewerkschaften.

Diese Aussagen sind jedoch falsch. Sie beruhen vor allem auf gravierenden statistisch-methodischen Fehlern bei der Bildung von Zeitreihen und auf Fehlinterpretationen von Daten. Dem wird in diesem Buch akribisch nachgegangen. So wird z.B. aufgezeigt, dass die Zeitreihen durch die rasant gestiegene Zahl der Teilzeitbeschäftigten der letzten Jahrzehnte massiv verzerrt sind, da deren niedrigere Verdienste den gesamtwirtschaftlichen Durchschnittslohn nach unten drücken, selbst wenn die Löhne aller Beschäftigten erhöht werden.

Der Verfasser hat ein Verfahren entwickelt und begutachten lassen, mit dem dieser negative Teilzeiteffekt ausgeschaltet werden kann. Danach ergibt sich eine deutliche Steigerung der Realverdienste und auch die Aussage, die unteren Löhne seien sogar gesunken, offenbart sich als Mythos. Statt dessen zeigt sich, dass es den Gewerkschaften auch in den letzten Jahrzehnten, die wegen der hohen Arbeitslosigkeit lohnpolitisch schwierige Zeiten waren, gelungen ist, für die Arbeitnehmer in Hinblick auf das mäßige Wirtschaftswachstum beachtliche Lohnerfolge zu erzielen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3.4.2018, S. 18 ()

"Görgens kommt nach eigenen Berechnungen zu dem Ergebnis, dass die Reallöhne seit 1990 um rund 23 Prozent gestiegen sind. Die Anhänger der These von der Reallohnstagnation stützten sich auf Zeitreihen, die unter anderem wegen der stark gestiegenen Teilzeitbeschäftigung verzerrt seien und daher einen falschen Eindruck gäben."


the author
Dr. Hartmut Görgens
Hartmut Görgens geb. 1939 in Düsseldorf und seitdem dort lebend, studierte von 1959 bis 1963 Volkswirtschaftslehre an der Universität Köln. Danach war er wissenschaftlicher Referent für öffentliche Finanzwirtschaft im Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung, Essen, und promovierte an der Universität Köln. 1968 sprang er als Fachassistent der SPD-Bundestagsfraktion für die damalige Finanzreform ein. Seit Ende der Legislaturperiode 1969 bis 1998 war er Leiter der Sachgebiete Konjunktur- und Beschäftigungspolitik, Außenwirtschaftspolitik, Einkommensentwicklung beim DGB-Bundesvorstand. [more titles]
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  • "falscher Eindruck" ...
    Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3.4.2018, S. 18 more...
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