Anja Stöbener
108 pages · 16.00 EUR
(September 2008)
Das Senden bestimmter Signale dient als Mittel zur Überwindung asymmetrischer Information und kann grundsätzlich zu einer größeren Transparenz und der Separation von Märkten beitragen. Die besser informierte Partei sendet bestimmte, objektiv nachvollziehbare Signale, die auf die Anwesenheit unsichtbarer, jedoch wünschenswerter Eigenschaften schließen lassen.
Allerdings funktioniert dieser Mechanismus nur dann, wenn die Zielgruppe über das kognitive Potenzial zur Interpretation dieser Signale verfügt. Menschen speichern Informationen u. a. als Konzepte und Schemata in ihren kognitiven Mustern, welche bei Empfang eines bestimmten Signals gleichsam automatisch und somit unter Einsparung mentaler Kosten aktiviert werden. Beziehen sich diese Assoziationsnetze auf Personen und ihre Eigenschaften, spricht die Sozialpsychologie von Stereotypen. Diese Stereotype stellen ein zweischneidiges Schwert dar: Zum einen erlauben sie die schnelle und ressourcensparende Einordnung und Kategorisierung von Situationen und Personen, auf der anderen Seiten bergen sie die Gefahr von vorschnellen und oberflächlichen Urteilen.
Die vorliegende Publikation zeigt unter anderem, dass der Grad asymmetrischer Information innerhalb eines Marktes nicht nur durch das Signalisierungsverhalten, sondern auch durch die kognitive Verarbeitung der Signale determiniert ist. Eine Separation ist häufig nur erwünscht, wenn die damit einhergehenden monetären, aber auch kognitiven Kosten ein bestimmtes Maß nicht übersteigen. Darüber hinaus wird deutlich, dass soziale Bedürfnisse wie etwa der Wunsch, bewusst als hoch qualifiziertes Individuum stereotypisiert zu werden, zu ökonomisch irrationalen Bildungsinvestitionen führen. Im Hinblick auf die einzelnen ökonomischen Akteure zeigt sich, dass individuelle Signalisierungsentscheidungen vom Gruppenverhalten abweichen können und dass die Gefahr opportunistischen Verhaltens erstrebenswerte Marktgleichgewichte zerstören kann.