Tobias Kronenberg
31 pages · 5.16 EUR
(May 2011)
Aus der Einleitung:
Tobias Kronenberg konstatiert in seinem Beitrag einen bisherigen Mangel in der Auseinandersetzung (post-)keynesianischer Ökonomen mit der weltweiten ökologischen Krise und zeigt Perspektiven einer ökologischen postkeynesianischen Wirtschaftstheorie auf. Hierzu vergleicht er zunächst die Sichtweisen ökologischer Ökonomen wie Herman Daly mit denen der Postkeynesianer hinsichtlich der Produktionstheorie, der Konsumtheorie, der dynamischen Wachstumstheorie und daraus abgeleiteter wirtschaftspolitischer Handlungsempfehlungen. Im Anschluss entwickelt Kronenberg ein eigenständiges postkeynesianisches Input-Output-Modell mit disaggregiertem Einkommensmultiplikator, auf dessen Grundlage er die makroökonomischen Effekte eines ökologisch orientierten Strukturwandels des Konsums von materiellen Gütern zu immateriellen Dienstleistungen untersucht. Der Verfasser beendet seinen Beitrag mit einem engagierten Plädoyer für eine Synthese aus postkeynesianischen und ökonomisch-ökologischen Ansätzen in der künftigen Forschung, von der beide Richtungen profitieren würden. Während eine intensivere Auseinandersetzung mit den Fragen eines nachhaltigen Wachstums zu einer größeren Akzeptanz keynesianischer Ansätze vor allem bei jüngeren Ökonomen führen würde, könnte andererseits die ökologische Ökonomik die ihr bisher weitgehend fehlende makroökonomische Dimension erhalten und damit bessere Antworten auf Fragen wie die Entwicklung der Beschäftigung und der Einkommensverteilung geben.