Reinhard Pfriem
21 pages · 5.29 EUR
(April 2010)
Aus der Einleitung des Herausgebers:
Was kennzeichnet das ökonomische System des 21. Jahrhunderts, was treibt dessen gesellschaftliche Wahrnehmung? Der Artikel von Reinhard Pfriem geht davon aus, dass wir es mit dem Typus des Konsumkapitalismus als Folge der Modernisierungsprozesse zu tun haben. Nicht mehr das Produktionssystem dominiert die Logik modernen Wirtschaftslebens, sondern der Konsum. Die Produktion wird durch die Markenführung als ökonomisches Kerngeschäft abgelöst und das hat Konsequenzen für die Wesensbestimmung des Unternehmens, aber auch für die Hinterfragung des Wesens und des Objekts des Ökonomischen: „Das doch scheinbar erst einmal auf Materielles und die Bewältigung materieller Probleme ausgerichtete Ökonomische erweist sich vor allem als Institutionalisierung gesellschaftlich-kultureller Imaginationen.“ Vor diesem Hintergrund diskutiert Pfriem die Risiken behaviouristischer und neurowissenschaftlicher Sackgassen und entwickelt das Argument, dass es nicht allein Emotionen und Gefühle sind, mit denen sich ökonomische Rationalität im Entscheidungsverhalten koppelt, sondern dass diese Gefühle eben auch leibliche Reaktionen sind. Wahrnehmung kann dann als eine Weise leiblicher Kommunikation verstanden werden, so Pfriem.