Reinhard Pirker
16 pages · 5.21 EUR
(June 2011)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
Reinhard Pirker thematisiert, wie die ökonomische Theorie ? die Leitwissenschaft im Neoliberalismus ? das Konzept von Gesellschaft verloren hat. Die (Schottische) Moralphilosophie des 18. Jahrhunderts, von der sich die ökonomische Disziplin herleitet, bot vermittels des Begriffs des Selbstinteresses als moralisches Gefühl die Möglichkeit, einen intersubjektiv vermittelten sozialen Raum und damit Gesellschaftlichkeit mitzudenken, ? dies kann vor allem an Adam Smith gezeigt werden. Diese Tradition wurde später nicht fortgesetzt. Insbesondere die Neoklassik reduzierte den Menschen (homo oeconomicus) auf eine reine Lust- und Unlustmaschine, die nur mehr von äußeren, mechanischen Anreizen steuerbar ist. Hier steht "der Mensch" nicht anderen Menschen, sondern ? in sozialer Isoliertheit ? naturwissenschaftlich definierten "Gütern" gegenüber. Der andere, d.h. der soziale Bezug zu Menschen, ist damit entsorgt und Gesellschaftlichkeit "durchgestrichen": ein Konzept von Gesellschaft wird für die ökonomische Theorie nicht mehr benötigt. Damit verbunden ist auch eine Enthistorisierung des Denkens. Eine Möglichkeit, diesem Denken entgegenzuwirken, bietet nach Pirker ein heterodoxer Institutionalismus, wie er schon bei Thorstein Veblen zu finden ist.