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Tuesday, December 12, 2017
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Verantwortlich wirtschaften

Die Ethik gesamtwirtschaftlicher Regelwerke und des unternehmerischen Handelns

"Ethik und Ökonomie"  · volume 20

824 pages ·  36.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1267-4 (May 2017 )

Hardcover, Fadenheftung, Register

 
lieferbar in stock
 

"Verantwortlich wirtschaften" - was heißt das? Eine Antwort auf diese Frage setzt erstens voraus, dass einige ethische Grundbegriffe geklärt werden. Zweitens muss sie die ethisch relevanten Handlungsbedingungen in einem marktwirtschaftlichen System reflektieren, und drittens hat sie die Handlungsmöglichkeiten unter diesen Bedingungen auszuloten.

Diesen Herausforderungen sind die drei Teile des vorliegenden Buches gewidmet. Ein erster Teil befasst sich mit den Grundlagen und Methoden einer ethischen Urteilsbildung. Hier entsteht eine Weichenstellung durch die Frage, ob das ethische "Sollen" ausschließlich an den Interessen der jeweiligen Handlungssubjekte festgemacht werden kann, oder ob diesen Interessen subjekt-unabhängige Orientierungspunkte vorgegeben sind. Aus der letztgenannten Perspektive werden im zweiten Teil die Institutionen einer Gesellschaftsökonomie beurteilt: die Institution des Wettbewerbs sowie die Regelsysteme, die dem Ziel der "Gerechtigkeit", der "Nachhaltigkeit" und der "Stabilität" gewidmet sind. Der dritte Teil befasst sich mit unternehmensethischen Fragen. Die moralische Verantwortung des Unternehmens beschränkt sich nicht auf eine gesetzeskonforme Gewinnerzielung unter den Bedingungen des marktwirtschaftlichen Systems. Sie umfasst auch freiwillig erbrachte Leistungen, die auf soziale und ökologische Ziele bezogen sind. Dieser Verantwortung kann ein Unternehmen durch glaubwürdige Selbstverpflichtungen sowie durch eine ethik-freundliche Organisationsstruktur und Unternehmenskultur nachkommen. Als "Corporate Citizens" sind Unternehmen außerdem mitverantwortlich für die Gestaltung der Ordnungsregeln, unter denen sie ihre erwerbswirtschaftlichen Ziele verfolgen.

Forum Wirtschafstethik ()

"Hermann Sautter hat mit dieser umfassenden Monographie eine theoretisch durchdachte und im Hinblick auf die zahlreichen Fallbeispiele sehr aktuelle und instruktive Gesamtdarstellung der Wirtschafts- und Unternehmensethik, nicht nur im deutschen Sprachraum, gegeben. Durchgängiges Prinzip seiner Analyse ist die Verantwortung, welche die wirtschaftlichen Akteure über die keineswegs selbstverständliche Einhaltung geltenden Rechts hinaus zu tragen haben. Es wird dabei ein konsequent "dualistischer" Ansatz vertreten, der Ethik und Ökonomik gleichermaßen berücksichtigt. Man sollte sich vom Umfang des Buches nicht abschrecken lassen, wird man doch für die Lektüre des Textes mit Erkenntnissen und Einsichten der verschiedensten Art belohnt. Darüber hinaus können viele einzelnen Teile für sich gelesen werden, ja nicht selten lassen sich Textbausteine als lexikalische Kurzdarstellungen wichtiger Begriffe nutzen. Da die Darlegung der ethischen Fragestellungen stets mit der Darstellung der ökonomischen Sachzusammenhänge einhergeht, kann deren Analyse in vielen Fällen auch direkt durch die Befassung mit sachlichen Hintergrund des jeweils diskutierten Falles erschlossen werden. Es ist in nicht nur für Studierende sehr empfehlenswertes Buch, auch zum Selbststudium. Durch seinen vielfältigen Praxisbezug ist es aber auch für eine ethisch verantwortliche Unternehmenspraxis außerordentlich hilfreich." ...



Zeitschrift für Sozialökonomie, 194/195, November 2017, S. 71-72 ()

"Hermann Sautter, emeritierter Professor für Volkswirtschaftstheorie und Entwicklungsökonomik an der Universität Göttingen mit den Arbeitsschwerpunkten Entwicklungsökonomie, Weltwirtschaftsordnung und Wirtschaftsethik, hat eine systematische Einführung in die Unternehmens- und Wirtschaftsethik vorgelegt, die ökonomischem und ethischem Wissen Rechnung trägt. Sautter zeigt zudem die vielfältigen Handlungsmöglichkeiten von Unternehmen im nationalen wie transnationalen Maßstab auf. Der Autor beschränkt sich nicht auf die Darstellung von Positionen in der Philosophie und Wirtschaftsethik, sondern trägt zur Klärung wirtschaftsethischer Kontroversen bei. Er lässt den Leser nicht im Unklaren darüber, wie er dazu steht. Dazu kann man sich verhalten und das macht dieses Buch besonders hilfreich für Leser, die die eigene Position suchen oder reflektieren wollen.

Das Bild der Wirtschaftsethik, das Sautter vorschwebt, ist das einer Disziplin, die weder die Ethik noch die Ökonomik für überflüssig hält: dies ist eine Wirtschaftsethik, der die philosophische und die ökonomische Fundierung gleichermaßen wichtig sind. Sautter betont die Unverzichtbarkeit der ethischen Reflexion wirtschaftlichen Handelns. Er vertritt eine kognitivistische Ethik und einen ethischen Realismus. Danach gibt es ethische Werte, die nicht restlos als soziale Konstrukte zu erklären sind, an denen sich vielmehr alle sozialen Konstrukte messen lassen müssen. Die Allgemeinen Menschenrechte können als Werte dieser Art verstanden werden. Für das wirtschaftliche Handeln sind die aufgeklärten Eigeninteressen eines Akteurs maßgebend, die sich an der Langfristigkeit, Konsistenz und Sozialverträglichkeit des Handelns orientieren und die häufig nicht identisch sind mit dem jeweils aktuellen Interesse am maximalen Nutzen oder Gewinn. Ethische Aussagen lassen sich nicht reduzieren auf Sätze, in denen nur die unaufgeklärten Eigeninteressen eines Akteurs Vorkommen.

In der Wirtschaftsethik grenzt sich Sautter von Auffassungen ab, die - unter weitgehendem Verzicht auf Individualethik - die Gestaltung der institutionellen Ordnung fokussieren (die Homann-Schule) oder unter Wirtschaftsethik die Fundamentalkritik der Ökonomik verstehen (die Ulrich-Schule). Für Sautter geht es vielmehr darum, Ethik mit ökonomischer Sachlogik in Verbindung zu bringen und die institutionelle Ordnung sowohl als Ergebnis, wie auch als Bedingung individuellen Handelns zu verstehen.

Die Gestaltung der institutionellen Rahmenordnung auf nationaler wie globaler Ebene und die Mitwirkung bei der Generierung globaler Kollektivgüter (wie der Klimaschutz) verlangen von den Akteuren die Bereitschaft zur Selbstbindung und Kooperation. In der Auseinandersetzung mit der Ulrich-Schule betont Sautter die positiven Wirkungen des Marktes. Das für Sautters Verständnis von Wirtschaftsethik konstitutive Zusammenspiel und gegenseitige Infragestellen von Ethik und Ökonomik wird im Umgang mit Konflikten deutlich. Der Markt ist gegenüber zentralisierter Planung der zu bevorzugende Koordinationsmechanismus. Aus der Perspektive der christlichen Ethik bezieht der Autor Position für die Marktwirtschaft. Der Markt ist ein "Ermöglicher", dessen Potenziale durch Handeln in einem Handlungsfeld bestimmt werden, das durch Freiheit, Ordnung und Moral bestimmt ist. Dieses System ist nicht statisch, sondern in Bewegung. Seine Komponenten sind nicht unabhängig voneinander. Sautter betont die realitätsverändernde Kraft, die von ethischen Normen ausgehen kann. Verantwortliches Handeln kann Freiheit erweitern oder sichern. Wirtschaftliche Freiheit ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung der politischen Freiheit. Viele der Güter, die nicht nur "value-in-society", sondern auch "value-to-society" (so John Maurice Clark 1936 in seinem Buch "Preface to Social Economics") sind, können nur durch das Wirken von "visible hands" zustande kommen. Auch dazu bedarf es der Freiheit.

Die Gründe dafür, als Marktakteur ethisch zu handeln, werden im Buch dargelegt; es wird gezeigt, dass und wie ethisches HandeLn möglich ist. Der unternehmensethische Teil des Buches, der die erwerbswirtschaftlichen Unternehmen fokussiert, stellt die ganze Bandbreite von Möglichkeiten dar, an denen sich Unternehmen orientieren können. Dieser Teil des Buches macht zudem nochmals deutlich, dass Unternehmensethik ohne die Orientierung an "universell-gültigen Normen und Werte(n)" (S. 681) bzw. ohne die Bereitschaft, den Konflikt mit ökonomischen Normen und Werten "auszutragen", nicht stattfindet. Die Diskussion von "Corporate Social Responsibility" (CSR) bzw. des "Business Case" hätte daher kritischer ausfallen können. Welche Relevanz CSR für das ethische Handeln deutscher Automobilunternehmen und des im Buch mehrfach positiv erwähnten Zulieferers Bosch zu haben scheint, zeigt der aktuelle Diesel-Skandal.

Es folgen drei kritische Anmerkungen, die die Entwicklung von Perspektiven in der Unternehmens- und Wirtschaftsethik und das Framing des Buches "in terms of responsibility" betreffen. Erstens, Sautter widmet Unternehmen, die sich mit den Varianten der Alternativen Ökonomie verbinden lassen, wenig Aufmerksamkeit. Die Unternehmens- und Wirtschaftsethik hat zu den alternativen Ökonomien zurzeit noch recht wenig zu sagen. Zweitens, es ist fraglich, ob man Unternehmensethik denken kann, ohne diejenigen mit in den Blick zu nehmen, die die Leistungen der Unternehmen nachfragen. Mit der Marketingtheorie kann man argumentieren, dass die "Value Creation" der Unternehmen eine "Value Cocreation" von Anbieter und Nachfrager ist. Das wirft die Frage nach einer entsprechenden Co-Responsibility auf. Drittens, der Haupttitel des Buches lautet "Verantwortlich wirtschaften". Eigentlich geht es in dem Buch aber um ethisches Handeln. Verantwortliches Handeln umfasst einerseits mehr als ethisches Handeln (wie etwa die Aufgabenverantwortung), andererseits ist es eine Form ethischen Handelns. Angesichts des Haupttitels wäre eine Ausrichtung des Buches auf die Verantwortungsethik und die dort entwickelten Modelle zu erwarten gewesen. Es gibt in dem Buch keinen systematischen Zugang zur Verantwortungsethik oder zum Verantwortungsbegriff. Der Leser sollte sich daher eher am Untertitel des Buches orientieren."



Amosinternational, 2017. Heft 4, S. 42-44 ()

"Der Band kann allen wirtschafts- und unternehmensethisch Interessierten nur empfohlen werden. In 49 Kästen werden in konkreten Fallbeispielen die grundlegenden Positionen veranschaulicht. Durch optische Hervorhebungen im Text werden Kernelemente der Argumentation verdeutlicht. Ökonomisch vorgebildete Leser finden hier eine Darstellung, die sich auf dem Stand ökonomischer Theoriebildung befindet, aber diese aus normativer Perspektive kritisch reflektiert und ihnen dazu neue Perspektiven eröffnet. Ebenso können sie von den ausführlichen philosophisch- und theologisch-ethischen Überlegungen profitieren. Philosophisch und theologisch vorgebildete Leser finden die ihnen bekannten ethischen Konzeptionen wieder, bei einer eindeutigen Positionierung des Verfassers. Sie können durch konkrete Anwendung auf ökonomische Grundfragen und Problembereiche ihre Kenntnisse erweitern. Dem katholisch sozialisierten Leser wird bei dem Protestanten Sautter eine stärkere, ausdrückliche Bezugnahme auf die Soziallehre der Kirche fehlen. Inhaltlich kann man aber eine große Übereinstimmung feststellen. Bei der vorliegenden Monographie fehlt weitgehend eine Auseinandersetzung mit rein theoretischen Alternativkonzepten (z. B. Gemeinwohlökonomie von Felber), da Sautter eine schrittweise Weiterentwicklung im Sinne von "piecemeal social engineering" (Popper) für realistisch und sinnvoll hält. Der Autor hat ein eindrucksvolles Grundlagenwerk vorgelegt, an dem die wirtschaftsethische Diskussion nicht Vorbeigehen kann und das trotz seines Umfangs mit Gewinn zu lesen ist."

Joachim Wiemeyer, Bochum


zwfu ()

"Hermann Sautter hat sein wirtschafts- und unternehmensethisches Lebenswerk vorgelegt. Das Buch ist aus Vorlesungen entstanden, die der frühere Inhaber des Göttinger Lehrstuhls für "Volkswirtschaftstheorie und Entwicklungsökonomik" seit 2005 ebenda auf Bitten der Fakultät zum Themengebiet "Wirtschafts- und Unternehmensethik" gehalten hat. Und das Ergebnis kann sowohl qualitativ als auch quantitativ beeindrucken: auf 824 Seiten erörtert Sautter in kompetenter Weise nahezu jedes Thema, das die einschlägigen Diskussionen der letzten Jahre geprägt hat und bietet so einen geradezu enzyklopädischen Überblick über eine Vielzahl von Themengebieten. Durch alle Erörterungen zieht sich dabei eine konzeptionelle Basisthese, die von der gleichberechtigten Unverzichtbarkeit der beiden Disziplinen "Ethik" und "Ökonomik" für eine überzeugende Wirtschafts- und Unternehmensethik ausgeht. Ich persönlich erachte diesen Kernpunkt als völlig plausibel. Aber selbst wenn man einen anderen methodischen Zugang präferiert, so ist das Buch in jedem Fall so materialreich und informativ, dass wirklich ein jeder das Buch mit Gewinn lesen wird."


the author
Prof. Dr. Hermann Sautter
Hermann Sautter ist emeritierter Professor für Volkswirtschaftstheorie und Entwicklungsökonomik an der Universität Göttingen Er war bis 31. März 2012 Vorsitzender der Studentenmission in Deutschland (SMD). Von 1978 bis März 1992 war er Professor in Frankfurt am Main. Ab April 1992 war er in Göttingen Professor und befindet sich mittlerweile im Ruhestand.
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  • "sehr empfehlenswert" ...
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  • "trägt zur Klärung wirtschaftsethischer Kontroversen bei" ...
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  • "eindrucksvolles Grundlagenwerk" ...
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  • "beeindruckend" ...
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