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Tuesday, May 22, 2012
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Vom Glück des Forschers
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Hagen Krämer

Vom Glück des Forschers

Forschungsarbeit, Endorphine und das Vorrecht des Ersten

32 pages · 7.80 EUR
(November 2011)

 
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Aus der Einleitung:

Wenn man die lange und beeindruckende Publikationsliste von Heinz Kurz betrachtet, kann man gar nicht anders als zu der Erkenntnis zu gelangen, dass unser Jubilar ein Mensch ist, der für sein Leben gerne forscht und publiziert. Zweifelsohne ist Heinz Kurz ein passionierter Forscher, jemand, dem es Spaß macht, wissenschaftliche Werke anderer zu lesen und selbst welche zu verfassen. Und er ist nicht zuletzt jemand, der sich mit großem Vergnügen an akademischen Debatten beteiligt ? vorzugsweise an solchen, in denen kontrovers debattiert wird und in denen es inhaltlich und sprachlich zur Sache geht. Dies gilt natürlich insbesondere für seine wissenschaftlichen Hauptinteressensgebiete: die Geschichte des ökonomischen Denkens, den surplustheoretischen Ansatz von Produktion und Verteilung der ökonomischen Klassik und ? nicht zuletzt natürlich ? die Sraffianischen Ökonomie und Piero Sraffa selbst. Auf der anderen Seite habe ich Heinz Kurz in meiner Zeit als Student der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bremen Mitte der 1980er Jahre als jemanden kennengelernt, der die angenehmen Seiten des Lebens sehr zu schätzen weiß und vergnüglichen Dingen aller Art nicht abgeneigt ist. Heinz Kurz ist mir schon damals, aber auch als sich unsere Wege nach seinem Weggang von Bremen bei zahlreichen Gelegenheiten kreuzten, als ein Mensch begegnet, der großen Spaß am Leben hat und der sehr gerne und oft vergnügt ist. Um es auf den Punkt zu bringen: Heinz Kurz liebt es, glücklich zu sein! Wenn also Heinz Kurz ein leidenschaftlicher Forscher und ein nach Glück strebender Mensch ist, liegt die Frage nahe, ob es eine Verbindung zwischen diesen beiden Aspekten des Kurz?schen Lebens gibt. Oder konkret gefragt: Macht neben anderen Dingen vielleicht auch das Forschen Heinz Kurz zu einem glücklichen Menschen? Und wenn dem so ist, woran könnte das liegen?

Ich möchte im Folgenden diesen Fragen nachgehen, indem ich einige Erkenntnisse der jüngeren Lebenszufriedenheits- bzw. Glücksforschung heranziehe und diese mit einer Hypothese aus der Evolutionsbiologie über die Zusammenhänge von körperlicher und geistiger Anstrengung, (Forschungs-) Arbeit und körpereigenen Belohnungssystemen verbinde. Der Beitrag ist dazu wie folgt gegliedert: Im unmittelbar anschließenden zweiten Abschnitt werde ich einige Bemerkungen grundsätzlicher Art zur sogenannten Glücksforschung machen, die in den letzten Jahren zu viel beachteten Erkenntnissen gekommen ist, aber von etlichen etablierten Wissenschaftlern, egal welchen Paradigmas, noch mit recht skeptischen Blicken betrachtet wird. Danach wird in Abschnitt drei die Bedeutung des Glücks bei Jeremy Bentham, einem der Begründer des Utilitarismus, behandelt sowie sein vergeblicher Versuch erörtert, das Glück und seine Determinanten zu messen. Es wird gezeigt, dass dies dank des wissenschaftlichen Fortschritts nun möglich ist und diskutiert, welche wirtschaftspolitischen Konsequenzen daraus folgen könnten. Im vierten Abschnitt wird die von Heinz Kurz unlängst vorgebrachte Behauptung, dass wesentliche Erkenntnisse der Glücks- und Lebenszufriedenheitsforschung sich bereits aus bestimmten Überlegungen von Adam Smith bzw. Hermann Heinrich Gossen ableiten lassen, einer kritischen Überprüfung unterzogen. In Abschnitt fünf wird mit einem Rückgriff auf eine evolutionsbiologische These dem Kernthema dieses Festschriftbeitrags nachgegangen, nämlich der Frage, warum Forschung im Allgemeinen und Heinz Kurz im Speziellen glücklich macht. In Abschnitt sechs folgen einige Bemerkungen zur Bedeutung vor Arbeit für die Lebenszufriedenheit. Der Beitrag schließt mit einigen von wirklich weit her geholten Überlegungen zu der Frage ab, ob zu viel Glück am Ende nicht doch unglücklich macht.


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Prof. Dr. Hagen Krämer
Hagen Krämer Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Karlsruhe. Zuvor wiss. Mitarbeiter am Institut für Konjunktur- und Strukturforschung (Universität Bremen) anschließend beschäftigt als Volkswirt in einem internationalen Industrieunternehmen. [more titles]