Ralf Döring
16 pages · 4.64 EUR
(September 2009)
Aus der Einleitung:
Ralf Döring verfolgt die Entstehung und Wandlung des Begriffs ‚Naturkapital‘ bis zur Neoklassik. Mit einem Blick in die Geschichte der ökonomischen Theorie versucht er, Gründe für den theoretischen Bedeutungsverlust des Naturkapitals ausfindig zu machen. In der Physiokratie habe der Produktionsfaktor Land noch den einzigen produktiven Faktor allen Reichtums dargestellt. Die Landwirtschaft habe als Grundlage jeglicher Produktion gegolten. Mit der Entstehung der klassischen ökonomischen Theorie jedoch habe der Boden als Produktionsfaktor bereits an Bedeutung verloren. Kapital habe zwar weiterhin als physische Kategorie gegolten, mit der Arbeitswertlehre sei jedoch auch die Produktivität von Arbeit und Kapital in den Blickpunkt gerückt. Laut Döring wurden mit dem Aufkommen der subjektiven Wertlehre oder auch Nutzentheorie der Neoklassik Kapitalbestände zunehmend monetarisiert und zu einem homogenen Kapitalbestand aggregiert. Diese Aggregation impliziere, dass innerhalb des einheitlichen Kapitalbestandes alle Kapitalien gegeneinander substituierbar sind. Der Beitrag von Naturgütern zur Produktion sei so unsichtbar gemacht worden. Dieses Vergessen des Naturkapitals wurde laut Döring erst ab 1970 mit der Entstehung der Ökologischen Ökonomik wieder überwunden.