Julia Brandl
20 pages · 5.37 EUR
(November 2007)
Aus der Einleitung der Herausgeber:
In Analogie zu der Art und Weise, wie Erfolge und Misserfolge auf den Finanzmärkten von den betroffenen Akteuren oftmals dadurch uminterpretiert werden, dass sie in alternative Zeithorizonte eingepasst werden, zeigt Julia Brandl exemplarisch anhand der Einführung von Instrumenten der Personalentwicklung, dass solche „für die Börse typischen“ Interpretationsmuster auch innerhalb von Unternehmen greifen. Im Rahmen eines neo-institutionalistischen Theorierahmens argumentiert sie, dass mit der Institutionalisierung organisationaler Kausalitätsmodelle (etwa: Training führt zu Leistungssteigerungen) die Möglichkeit entsteht, den Bewährungszeitraum fast beliebig in die Zukunft zu verlängern und so ein Scheitern im Jetzt als ein Noch-nicht zu etikettieren und gegenüber dem Vorstand in ein Jetzt-erst-recht umzumünzen. Die Analogien zu finanzmarktlichen Modi temporaler Sinngebung sind hier überdeutlich.