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Friday, October 20, 2017
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Warum Wirtschaftsphilosophie?
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Warum Wirtschaftsphilosophie?

Eine kontroverse Auseinandersetzung

25 pages · 3.77 EUR
(July 2016)

 
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Aus der Einleitung:

Warum Wirtschaftsphilosophie? Die Antwort scheint auf der Hand zu liegen. Der Begriff der Wirtschaftsphilosophie hat in der jüngeren Zeit, zumal in Deutschland, eine unübersehbare Renaissance erlebt. Diese Renaissance bildet eine fachliche, aber auch kritische Reaktion auf die neoklassische Wirtschaftswissenschaft und Wirtschaftsethik, die nur unzureichend in der Lage waren, die Krise der Finanzmärkte vorherzusehen, wachsende Ungleichverteilungen und die anhaltende Volatilität des globalen Wirtschaftssystems zu erklären. Der wirtschaftsphilosophische Ansatz geht mit dem Versprechen einher, die Entwicklung und Verfassung der realen Ökonomie nicht allein aus einer ethischen Perspektive zu betrachten, sondern einen erweiterten Standpunkt einzunehmen, der auch kulturelle, soziale und politische Dimensionen des Wirtschaftens einschließt, die bisher vernachlässigt wurden. Darüber hinaus beschäftigt sich die Wirtschaftsphilosophie mit methodologischen und epistemologischen Grundlagenfragen und Modellannahmen der Ökonomik, die aus wirtschaftstheoretischer Perspektive bislang nur unzureichend in den Blick geraten sind.

Von daher scheint einiges dafür zu sprechen, von einem Begriff der Wirtschaftsphilosophie auszugehen, der nicht nur der Korrektur verkürzter wirtschaftstheoretischer und wirtschaftsethischer Ansätze dient, sondern auch der kritischen Analyse wirtschaftlicher Risikoprozesse, durch die der Glaube an die Selbstheilungskräfte des Marktes und der ökonomischen Rationalität nachhaltig erschüttert wurde. Dennoch bleibt es fraglich, ob die wirtschaftsphilosophischen Ansätze ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden und in der Lage sind, fundierte Fehldiagnosen wissenschaftlicher Erklärungsmodelle und ethischer Vereinseitigungen sowie produktive Verbesserungsstrategien für das Wirtschaftssystem zu entwickeln.

Unser Beitrag dreht sich vor allem um die Frage, ob die Renaissance der Wirtschaftsphilosophie tatsächlich zu einer angemessenen Analyse aktueller ökonomischer Entwicklungen führt oder ob alternative wirtschaftstheoretische, wirtschaftssoziologische und wirtschaftsethische Ansätze nicht besser dazu geeignet sind. Uns geht es nicht einfach darum, Pro- und Contra-Argumente auszutauschen, um die Vorteile und Nachteile der Wirtschaftsphilosophie zu illustrieren. Wir wollen vielmehr die Notwendigkeit der Wirtschaftsphilosophie selbst zur Diskussion stellen und herausfinden, worin die Leistungen, aber auch Grenzen einer eigenständigen Disziplin der Wirtschaftsphilosophie bestehen.

Zu diesem Zweck beschäftigt sich der erste Teil (1.) mit der Entwicklung und dem Selbstverständnis der Wirtschaftsphilosophie, an dem sich ihre Ansprüche und ihre Existenzberechtigung bemessen lassen. Der zweite Teil (2.) stellt die besonderen Leistungen der Wirtschaftsphilosophie in den Vordergrund. Der dritte Teil (3.) setzt sich mit den Grenzen und Defiziten auseinander, die in der Mehrzahl der wirtschaftsphilosophischen Ansätze auftauchen. Im vierten Teil (4.) ziehen wir ein Fazit aus unseren kontroversen Ansichten und geben einen kurzen Ausblick auf die Zukunft der Wirtschaftsphilosophie.


quotable essay from ...
Was ist?
Wolf Dieter Enkelmann, Birger P. Priddat (Hg.):
Was ist?
the authors
PD Dr. Ludger Heidbrink
Ludger Heidbrink

Leiter der Forschungsgruppe „Kulturen der Verantwortung“ am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen und Privatdozent für Philosophie an der Universität Kiel.

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Dr. Verena Rauen
Verena Rauen

wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen. Nach ihrem Studium der Philosophie und Germanistik in Trier, Bochum, Paris und Baltimore promovierte sie mit Auszeichnung in einer cotutelle de thèse an den Universitäten Paris IV und Bochum und leitete anschließend das Kiel Center for Philosophy, Politics and Economics an der Universität Kiel als wissenschaftliche Geschäftsführerin.

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