Trevor Evans, Michael Heine, Hansjörg Herr
27 pages · 6.28 EUR
(October 2001)
Aus der Einleitung des Herausgebers:
Wir haben bereits darauf verwiesen, dass die einzige Parellele in der US-Entwicklung der 1980er und 1990er Jahre darin bestand, dass die USA über beide Perioden ein hohes Leistungsbilanzdefizit realisierten. Trevor Evans, Michael Heine und Hansjörg Herr untersuchen in ihrem Beitrag, ob sich hierin Signale der Schwäche der US-Wirtschaft oder vielleicht ein modellhaftes Verhalten einer internationalen Konjunkturlokomotive zeigen. Anders als im Falle der Länder Südostasiens implizieren die mit dem hohen Leistungsbilanzdefizit verbundene internationale Verschuldung der USA deshalb keine vergleichbar instabile Situation, weil die USA sich überwiegend in eigener Währung verschulden konnten und somit im Falle eines erneuten Vertrauensverlustes der internationalen Finanzmarktakteure (wie Mitte der 1980er Jahre) zumindest keine Erhöhung ihrer Reallast zu verarbeiten hätten. Andererseits, so die Interpretation von Evans, Heine und Herr, kann das hohe Leistungsbilanzdefizit auch nicht einfach als Ausdruck der positiven Wachstumsdifferenz zu den Triade-Polen EU und Japan verstanden werden, sondern liegt in der positiven Zinsdifferenz zwischen den USA, Japan und der EU begründet, die für eine stabile Leitwährung eher ungewöhnlich ist. Daraus ziehen sie den Schluss, dass die Geldpolitik der US-Fed am Ende des langen, aber keineswegs rätselhaften Booms in einen Zwiespalt aus interner und externer Stabilität geraten kann, der die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft zu ziehen vermag. Hier ist auch die Reaktion der Europäischen Zentralbank gefragt, soll daraus keine instabile Währungskonkurrenz erwachsen.