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Friday, December 15, 2017
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Zehn Jahre keine Einheit
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Zehn Jahre keine Einheit

Ein Kompendium wirtschaftspolitischer Fehler

37 pages · 5.11 EUR
(July 2001)

 
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Aus der Einleitung der Herausgeber:

Thomas Betz setzt sich damit auseinander, dass sich das Ansehen der Marktwirtschaft im Osten rapide verschlechtert hat. Einer der Gründe hierfür sind die Zusammenbrüche der ostdeutschen Betriebe als Folge der Währungsumstellung zu einem Austauschkurs, der mit der (unzureichenden) Produktivität der ostdeutschen Wirtschaft nicht vereinbar war. Die hohen Löhne, zu deren Zahlung die Unternehmen über Nacht gezwungen wurden, konnten am Markt nicht verdient werden: Daraus ergab sich nicht nur der rasche Anstieg der Arbeitslosigkeit, sondern auch ein hoher Transferbedarf. Dank dieser Leistungen konnte der Kapitalstock in den neuen Ländern modernisiert und wertmäßig erhöht werden. Von einer selbsttragenden Entwicklung aber sind die fünf neuen Länder heute dennoch weit entfernt.

Dieses Ergebnis hätte nach Ansicht des Autors vermieden werden können, wenn es statt zur deutschen Einheit zur Anerkennung einer Zweistaatlichkeit Deutschlands gekommen wäre. Grob skizziert hätte man dann Handel betrieben, die Menschen hätten frei reisen können usw., aber es hätte zwei Währungen gegeben und die Bürger des einen Landes hätten sich nicht so ohne weiteres im anderen Land niederlassen und dort eine Arbeit aufnehmen können. Der größte Teil der privaten Investitionen, die später von Westdeutschland nach Ungarn, Tschechien, Polen und andere Länder Osteuropas geflossen sind, wäre unter diesen Umständen im zweiten deutschen Staat gelandet, weil die Kombination aus geographischer Nähe, gemeinsamer Sprache, vergleichsweise hohem Ausbildungsstand und nur wenig höheren Lohnkosten das östliche Deutschland in den meisten Fällen zur ersten Wahl gemacht hätte.

Da der Weg der zweistaatlichen Annäherung nicht gegangen wurde, war die Treuhandlösung programmiert. Bereits im September 1990 waren drei Viertel aller Treuhand-Unternehmen insolvent. Die Arbeitsplätze sollten aber dennoch so weit wie möglich erhalten bleiben. Es musste also entweder der Staat oder die private Hand Kredite aufnehmen, um Investitionen zum Ersatz des verlorenen Kapitals (oder die Kaufpreise der Treuhandanstalt) zu finanzieren: In beiden Fällen induzierte die Schuldenaufnahme eine Tendenz zur Erhöhung der Kapitalmarktzinsen. Steigende Zinsen bewirken jedoch sinkende Werte der Unternehmen. Derart schmolzen die ursprünglich auf 600 Mrd. DM geschätzten Unternehmen auf nur noch 74 Mrd. DM bei Auflösung der Treuhandanstalt Ende 1994 zusammen.

Betz sieht, dass die durch die Währungsunion über Nacht zerstörte Wettbewerbsfähigkeit der DDR-Volkswirtschaft sich bis heute nicht erholt hat. Zehn Jahre nach der politischen Einheit ist die wirtschaftliche Situation im Osten Deutschlands gekennzeichnet durch ein gleichbleibend niedriges relatives Produktivitätsniveau bei einem zu hohen relativen Lohnniveau und zu hohen relativen Lohnstückkosten.


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