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Wednesday, May 23, 2012
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Zur Bildung von Blasen im Fach und was man dagegen tun kann
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Heinz D.Kurz

Zur Bildung von Blasen im Fach und was man dagegen tun kann

Plädoyer für eine solide Ausbildung in Theorie- und Wirtschaftsgeschichte

32 pages · 7.80 EUR
(November 2011)

 
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Aus der Einleitung:

Im Folgenden liegt das Hauptaugenmerk auf der ökonomischen Theoriegeschichte nicht zuletzt deshalb, weil eine Befassung mit der Wirtschaftsgeschichte ? der Lieferantin der Erkenntnisobjekte der Wirtschaftswissenschaftler ? an sich selbstverständlich sein sollte und keiner gesonderten Begründung bedarf. Dass es sich mittlerweile anders verhält, spricht nicht gegen die Wirtschaftsgeschichte, sondern gegen den aktuellen Trend in der wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildung. Wir können die in dieser Arbeit vertretene Auffassung mit einem Wort Voltaires paraphrasieren: In einem so schwierigen Fach wie der Ökonomik ist ein Zustand des Zweifels und der Ungewissheit nicht sehr angenehm, aber ein Zustand der Sicherheit ist lächerlich.

Die Arbeit ist wie folgt gegliedert. Abschnitt 2 befasst sich mit dem Beitrag Paul Samuelsons, der auf die Entwicklung der Wirtschaftswissenschaft im vergangenen halben Jahrhundert vielleicht den größten Einfluss genommen hat. Während Samuelson jedoch noch einer Art panoptischen Sicht der privat-dezentralen Ökonomie das Wort redete und sowohl Gründe für deren Koordinationsleistungen als auch deren -versagen untersuchte, vertritt die New Classical Economics (NCE), wie sie besonders prominent von Robert Lucas jr. repräsentiert wird, einen monomanischen Blick. Letzterem wenden wir uns in Abschnitt 3 zu. Der Aufstieg der NCE, so die These, stellt eine der Blasen im Fach in dessen jüngerer Geschichte dar, die überdies über ihren Einfluss auf die Wirtschaftspolitik auch mitverantwortlich ist für die Blase im Finanzsektor und dessen Folgen. Abschnitt 4 befasst sich kurz mit der Rolle von Ideen, Glauben und Ideologien im Fach und stimmt Joseph Schumpeter zu, der eine Ausbildung in Theorie- und Wirtschaftsgeschichte als Palliativ gegen eine allzu große Anfälligkeit gegenüber Ideologien empfohlen hat. Die folgenden drei Abschnitte liefern Beispiele dafür, wie eine Kenntnis des Alten das Neue besser einzuschätzen erlaubt bzw. wie die Vernachlässigung von vor langer Zeit gewonnenen Erkenntnissen dramatische Fehleinschätzungen zur Folge hat. Die Beispiele betreffen die Glücksforschung (Abschnitt 5), die Theorie des endogenen Wachstums (Abschnitt 6) und die Finanzmarkttheorie (Abschnitt 7). Abschnitt 8 enthält einige Schlussbemerkungen.


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Prof. Dr. Heinz D. Kurz
Heinz D. Kurz ist seit 1988 Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre am Department of Economics der Universität Graz. Herausgeber der Werke und Briefe von Piero Sraffa, Mitherausgeber von The European Journal of the History of Economic Thought, Geschäftsführender Herausgeber der Metroeconomica und Herausgeber der Graz Schumpeter Lectures. [more titles]