Andrea Grisold
30 pages · 5.85 EUR
(November 2009)
Aus der Einleitung:
Die jüngst in den sozialwissenschaftlichen Disziplinen aufgeworfene Frage nach der mediensoziologischen und -philosophischen Bedingung von Kommunikation und demnach auch von sozialen und kulturellen symbolischen Formen ist besonders in der Ökonomie von grundlegender Bedeutung. Die Informationen im sozialen Raum sind nicht einerlei und nicht ausschließlich Gegenstand von Kostenminimierungskalkülen. Sie bringen demnach nicht nur mehr Licht in diesen, erhöhen nicht nur die Transparenz und sind nicht nur ein Dispositiv der Sichtbarkeit, so dass alle sozialen Subjekte aufgerufen werden, im realen und virtuellen sozialen Raum sich erkennbar zu machen, sondern Medien sind vor allem Operatoren, bestehende soziale Positionen zu festigen oder für das noch nicht Bestehende zu optieren. Sie situieren die Subjekte im sozialen Raum, indem entschieden wird, wer worüber spricht, d.h. sind zugleich Medien, die über die Kommunikationsmacht befinden.
Der Beitrag „Zur politischen Ökonomie der Medien. Eine heterodoxe Erweiterung“ thematisiert die Rolle der Massenmedien bei der Etablierung und Ausweitung globaler Märkte, sowie ihre Funktion im Prozess der Verallgemeinerung und Ausweitung postfordistischer Konsumkulturen. Der Stellenwert des symbolischen Gehalts der Medien wird problematisiert, und damit die Bedeutung der Massenmedien für die Verteilung von Kommunikationsmacht dargestellt. Dies führt zur wirtschaftspolitischen Frage, wie in Zeiten zunehmenden Rückgangs politischer Regulation den negativen Konsequenzen einer Marktverherrlichung am hochkonzentrierten Mediensektor beizukommen wäre. Dieser Beitrag wendet sich demnach gegen eine technische und technokratische Verkürzung der Medien. Ohne eine politische Ökonomie der Medien ist schwerlich einzusehen, wie ein Diskurs zu einer Veränderung des sozioökonomischen Kontextes beitragen könnte.