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Sonntag, 19. August 2018
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Konflikte um natürliche Ressourcen
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Konflikte um natürliche Ressourcen

Herausforderungen für die Europäische Außenpolitik

9 pages · 2.42 EUR
(July 2011)

 
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Aus der Einleitung:

Die Erkenntnis, dass begrenzte Güter bei hoher Nachfrage nicht nur zu hohen Preisen führen, sondern auch Gegenstand von Konflikten um die Verteilung der Güter sein können, ist nicht neu. Überraschender ist, dass es relativ lange gedauert hat, bis sowohl die internationale Politik als auch die Politikwissenschaft das Konfliktpotential begrenzter natürlicher Ressourcen in ihren Fokus gerückt haben. Zwar bezieht das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung e.V. seit Jahren in seinen jährlichen Konfliktbarometern Konflikte um natürliche Ressourcen als einen der möglichen Auslöser bzw. Gegenstand eines Konfliktes ein. Doch beschränkt sich das HIIK dabei ebenso wie Richter und Richert auf gewalttätige Konflikte, was die vergleichsweise geringe Anzahl an Konflikten erklärt, in denen natürliche Ressourcen als Konfliktgegenstand identifiziert werden.

Dagegen finden Handelskonflikte und die empirisch kaum messbare Verschlechterung außenpolitischer Beziehungen zwischen Staaten infolge eines Konflikts um natürliche Ressourcen keine Berücksichtigung. Dieser Artikel hingegen schließt solche gewaltfreien Konflikte explizit mit ein, da sie zum einen den überwiegenden Anteil an Ressourcenkonflikten ausmachen, und die Europäische Union zum anderen in erster Linie als Wirtschaftsmacht verstanden wird. Spätestens seit der russisch-ukrainischen Gaskrise im Januar 2009 und dem daraus resultierenden zwischenzeitlichen Lieferstopp nach Westeuropa hat die Frage, ob die Europäische Union energiepolitisch von Russland abhängig ist – und grundlegender, ob die Verteilung natürlicher Ressourcen zu Konflikten führen kann – eine breitere Öffentlichkeit erreicht.

Gegenwärtig bahnt sich durch den steigenden Bedarf an Seltenerdmetallen ein möglicher Konflikt mit dem weltweit größten Exporteur China an. Beide potentiellen Konflikte stellen eine Herausforderung an eine gemeinsame Europäische Außenpolitik und die neue Hohe Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik, Catherine Ashton, dar. Nicht nur, dass die EU hier die außenpolitische Stärke demonstrieren könnte, die ihr der Vertrag von Lissabon verleihen sollte (vgl. Gaedtke 2009). Die beiden hier aufgeführten, möglichen Konflikte könnten durchaus die Möglichkeiten der Mehrzahl der EU-Staaten, bilaterale Lösungen zu finden, schlicht überfordern.


quotable essay from ...
Wirtschaft – Gesellschaft – Natur
Djordje Pinter, Uwe Schubert (Hg.):
Wirtschaft – Gesellschaft – Natur
Der Autor
Zoltan Pinter

Seit 2010 selbstständiger Politikberater. Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Deutscher Bundestag (2008–2009). Studium: European Studies, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), University of Wisconsin, Milwaukee; Politikwissenschaft mit Nebenfach Öffentliches Recht, Universität Mannheim. Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Europäische Außenpolitik, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, Westlicher Balkan.