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Wirtschaftsethik, das liebe Geld und die Soziale Marktwirtschaft
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Wirtschaftsethik, das liebe Geld und die Soziale Marktwirtschaft

20 pages · 4.63 EUR
(28. September 2020)

 
 
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Aus der Einleitung:

Die im Vorfeld etwa von Bundestagswahlkämpfen oft aufflammenden Debatten um höhere Steuern sind nur ein Beispiel dafür, wie Geld – insbesondere viel Geld, über das wenige verfügen – Emotionen erzeugt. Mit diesen Emotionen spielt die Macht, spielen Politiker. Das gehört zur Funktionsweise des Systems Politik dazu. Gern beruft man sich dabei auf Ethik und Moral, man argumentiert mit Gerechtigkeit, Solidarität oder sozialem Ausgleich. Das gilt für alle Parteien: Die ethische Perspektive möchte jeder gern auf seiner Seite wissen.

Ethik ist allerdings nicht, auch wenn dies in vielen öffentlichen Diskussionen implizit gern angenommen wird, ausschließlich eine Angelegenheit persönlicher Beliebigkeit. Die Ethik – und im Falle von Geld und Reichtum heißt das insbesondere: die Wirtschaftsethik – beschäftigt sich seit langem mit diesen Fragen und versucht, ethische Bewertungen (zumindest etwas) rationaler zu gestalten. Sie bedient sich dabei auch der Werkzeuge anderer Disziplinen, etwa der Ökonomik und anderer Sozialwissenschaften. Und sie hat nicht nur normative, sondern auch deskriptive Bestandteile. So kann sie sich etwa der Erklärung bestimmter ethischer Haltungen, auch Vorurteile, widmen.

Meine These ist hier aber, dass die Allgemeine Ethik, die grundlegende philosophische Ethik, ihre historische und sozio-ökonomische Bedingtheit vergessen hat. Das gilt insbesondere für zwei Ausprägungen der modernen Ethik: die Analytische Ethik und die Diskursethik. Beide haben sich – in Missachtung der philosophischen Tradition, die diese Bedingtheit durchaus anerkannte – für eine Methode der Ethik entschieden, die vor allem auf Argumentation und Konzepte wie gute Gründe setzt und die wichtige Elemente ausblendet. Das führt letztlich zu einer verfehlten und kontraproduktiven Haltung weiter Teile der Ethik gerade im Hinblick auf Phänomene wie Reichtum und Geld.

Ich werde meine These wie folgt entwickeln: Ich werde zunächst idealtypisch die Theoriesituation in der gegenwärtigen Ethik umreißen (Abschnitt 2). Abschnitt 3 stellt die m.E. am ehesten tragfähige Konzeption einer Ordnungsethik vor, die sich von einer Ethik der Mäßigung abhebt. Abschnitt 4 begründet diese Konzeption mit den Vorteilen des Wettbewerbs für ethische Zwecke. In Abschnitt 5 gehe ich auf gegenwärtige Kritiker der Marktwirtschaft (und teilweise des Reichtums) ein, um mit den Anwendungsbeispielen Managergehälter (Abschnitt 6) und Mindestlöhne (Abschnitt 7) zu enden. Eine kurze Konklusion zieht ein Fazit.


quotable essay from ...
Reflexionen zur Sozialen Marktwirtschaft
Michael Grömling, Markus Taube (Hg.):
Reflexionen zur Sozialen Marktwirtschaft
the author
Prof. Dr. Christoph Lütge

Inhaber des Peter Löscher-Stiftungslehrstuhls für Wirtschaftsethik an der Technischen Universität München.