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Dienstag, 25. September 2018
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Daseinsvorsorge und existenzielle Angst des Menschen
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Daseinsvorsorge und existenzielle Angst des Menschen

Fragen der Ordnung der Ökonomie der Gewährleistungsstaatlichkeit kommunaler Versorgungsunternehmen, insbesondere der Wasserversorgung, im Lichte evolutorischer Tiefenpsychologie

33 pages · 5.09 EUR
(October 2010)

 
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Aus der Einleitung:

Der nachfolgende Beitrag unterzieht die quantitativen Daten einer qualitativen Re-Interpretation. Dabei gehen wir tiefenpsychologisch von einer ausgeprägten Sorgestruktur des menschlichen Denkens und Fühlens aus, wie sie soeben eingangs im Lichte einer philosophischen Anthropologie und Ontologie des Daseins angedeutet worden ist: Angesichts der existentialen Sorgestruktur des menschlichen Daseins im Alltag des Lebenslaufes benötigen die Menschen eine Entlastung durch das Vertrauen auf die Gewährleistung der öffentlichen Daseinsvorsorsorgeleistungen, deren Sicherstellung in der Einschätzung der Bürger überaus deutlich eine kommunale, zumindest stark regulierte private Wirtschaft benötigt. Wir meinen, dass mittels dieses objekttheoretischen Beitrags zugleich ein Beitrag zur Methodologie einer hermeneutischen Ökonomie geleistet werden kann, ohne dass wir uns hier umfassend, systematisch und tiefgreifend mit der Problematik der Hermeneutik (Grondin; 2009) und des Übergangs zu einer Soziologie des Verstehens (Rehbein & Saalmann, 2009) bis hin zu den Methodenfragen der qualitativen Sozialforschung (Brüsemeister, 2008a) beschäftigen können. Eine hermeneutische Ökonomie gibt es nur in allerersten Ansätzen (Reckling, 2002). Wie sich erst allmählich eine Diskussion der Berücksichtigung der Sprache in der ökonomischen Theorie herausbildet (Männel, 2002; Kabalak, Priddat & Smirnova, 2008), ist die ökonomische Theorie noch weit davon entfernt, die metapherologischen Entwicklungen (Kurz, 2009; Junge, 2009; Haverkamp & Mende, 2009) humanwissenschaftlich zu berücksichtigen. Eine ordnungspolitische Thematik (ohne hier systematisch im Spektrum der ordnungstheoretischen Richtungen [Märkt, 2004; Evers, 2003; Leipold & Pies, 2000] bzw. der verschiedenen institutionalistischen Schulen [Feldmann, 1995; Reuter, 1996] Position zu beziehen oder Stellung zu nehmen zu dem, was neuerdings Marktdesign-Governance genannt wird: Tschochohei & Zimmermann, 2009) kreuzt sich so mit einer methodologischen Frage nach dem Verstehen des Menschen im Kontext des sorgenden Daseins. Eine hermeneutische Ökonomie muss insofern eine existenzialistische (Flynn, 2008; Galle, 2009; Thurnherr & Hügli, 2007) Ökonomie sein, wobei sich wenig Anknüpfungspunkte finden lassen, mitunter jedoch bei Kosik (1986). Diese wiederum bleibt eingebettet in eine empirische allgemeine Kulturwissenschaft, die vor dem Hintergrund einer philosophischen Anthropologie (Witteriede, 2009; Thies, 2009) auf fundamentalontologischen Überlegungen basieren muss (vgl. insgesamt Schulz-Nieswandt, 2010). Methodisch re-interpretiert der Beitrag die empirischen Befunde der quantitativen Studie auf der Grundlage einer in der qualitativen Sozialforschung genutzten Theorie, wonach den ?oberflächlichen? Aussagen der Menschen ?tieferliegende?, un- oder halbbewusste Deutungsmuster generierend zugrunde liegen. Kulturelle Deutungsmuster sind kollektiv geteilte Orientierungen, die sich auf wiederkehrende oder permanente Risiken oder Krisen in der Sorgearbeit der alltäglichen Daseinsbewältigung im Lebenslauf beziehen.


quotable essay from ...
Der Autor
Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt
Frank Schulz-Nieswandt

Seminar für Sozialpoliitk der Universität Köln.

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