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Thursday, June 21, 2018
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Ressourcenschutz für unseren Planeten

"Ökologie und Wirtschaftsforschung"  · volume 79

124 pages ·  12.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-89518-683-7 (July 2008 )

 
 
  • Im Zeitraum 1980 bis 2002 ist die Ressourcenextraktion auf unserem Planeten um etwa 35 Prozent gestiegen, von 40.625 Millionen Tonnen auf 55.021 Millionen Tonnen.
  • Mit Hilfe moderner Techniken wird auf den Kontinenten ein Vielfaches der Masse bewegt, die den natürlichen Umwandlungsprozessen durch geologische Kräfte ausgesetzt ist.
  • In Deutschland werden täglich 105 Hektar für Gewerbe, Wohnungsbau und Verkehr neu beansprucht; das entspricht der Fläche von mehr als 200 Fußballfeldern.
  • Wenn die Menschen der "Dritten Welt" sowohl an Zahl weiter zunehmen als auch ihren Verbrauch dem der Industriestaaten angleichen, werden wir im Jahre 2050 siebenmal mehr Ressourcen benötigen als heute.
  • Mehr als ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Böden weltweit ist durch Erosion gefährdet.
  • Die typische Bodenbildungsrate beträgt etwa zwei Tonnen pro Hektar und Jahr, die mittlere Bodenerosion - durch Pflügen, Wind und Regen - in Deutschland dagegen acht bis zehn Tonnen. Boden wird also fünf Mal schneller zerstört als aufgebaut.

Nur wenige Fakten zeigen, dass unserer Planet eines besonderen Schutzes bedarf: Ressourcenschutz ist angesagt! Mit diesem Essay möchte der Autor einen Beitrag dazu leisten, auf diese die Welt in wenigen Jahrzehnten verändernde Situation aufmerksam zu machen; er möchte darauf hinweisen, dass es neben dem Klimaschutz die ebenso wichtigen Fragen des Ressourcenschutzes gibt, die sich aber bislang noch nicht im Fokus der Politik befindet. Dies, so zeigt er, liegt vor allem daran, dass das Dogma des Wirtschaftswachstums aufgegeben werden müsste. Darüber hinaus weist er auf mögliche Konkurrenzen zwischen Anforderungen des Klima- und des Ressourcenschutzes hin, ein bislang nur wenig beachtetes Spannungsfeld.

Ordo, Band 60, 2009, S. 615-616 ()

"Das Buch Angricks hat einige kompositorische Schwächen (Redundanzen usw.), es bringt aber die derzeit oft hinter der Klimadiskussion eher verborgene Gesamtproblematik deutlich zum Vorschein. Der Reiz des Buches besteht in der Mischung aus nach Meinung des Rezensenten leider berechtigter Kassandraphilosophie und reinen naturwissenschaftlichen Daten und Zusammenhängen. Was fehlt, ist die ökonomisch-politische Strategie- und Systembeschreibung des erforderlichen neuen Wirtschaftssystems, das der Begrenzungskrise (Biedenkopf) Rechnung trägt. Die große Frage für die Menschheit besteht darin, wie man einen solchen Systemübergang schnell, aber ohne allzugroße individuelle Freiheitsverluste und unter Einsatz möglichst marktkonformer Instrumente bewerkstelligen kann. Hier liegt auch die bedeutende Herausforderung der Zeit für den Ordoliberalismus, der stets die Freiheitsfrage mit ins Zentrum stellte und dem sogenannten Datenkranz jenseits einer technokratisch-ökonomischen Einstellung Bedeutung zumaß."

Politische Ökologie, 115-116, Juli 2009 ()

Spätestens seit Rio 1992 und der Agenda 21 ist klar, dass wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen hemmungslos überbeanspruchen. Schwindende Ölvorräte und Klimawandel sind die derzeit aus dem Nebel wachstumsgläubiger Verblendung hervorlugende Spitze des Eisberges, auf den die globalisierte Industriegesellschaft zusteuert. Michael Angrick, Chemiker beim Umweltbundesamt, fasst die Diskussion zum Thema Ressourcenschutz aus persönlicher Sicht in Form eines Essays zusammen. Dabei beleuchtet er die "unter Wasser" liegenden Teile des Eisbergs, nämlich diejenigen Probleme, die von der Öffentlichkeit zu wenig wahrgenommen werden. Dazu gehören der Verlust an fruchtbaren Böden, der Verbrauch seltener Metalle durch die Herstellung kurzlebiger Produkte und der Rückgang der Artenvielfalt ebenso wie Trinkwassermangel und die Überfischung der Weltmeere. Laut Angrick darf der Schutz der natürlichen Ressourcen hinter dem Klimaschutz nicht zurückstehen. Bisherige Versuche, das wachstumsorientierte Industriesystem durch Trostpflästerchen wie technische Effizienzsteigerung oder eine Kreislaufwirtschaft zu retten, seien jedoch zum Scheitern verurteilt. Der Autor fasst in seinem Essay unter anderem Diskussionsbeiträge zusammen, die aus seiner Arbeit im Umweltbundesamt stammen. Diese stellt er in den Zusammenhang der seit Anfang der 1990er Jahre national und international geführten Debatte zum Thema Ressourcenschutz. Dabei verdeutlicht er auch die Verbindung zur aktuellen EU-Ressourcenstrategie sowie zur Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung. Angrick fordert die Einführung einer Weltressourcensteuer, mehr Produktverantwortung sowie weit reichende Infrastrukturinnovationen."

Zeitschrift für Politikwissenschaft, HR 4.45; NR 4.43 ()

"Der "Konsumismus, also das Anhäufen von Gütern als Substitut für Sinn, ist heute der größte Feind des Umweltschutzes" (44), daher müsse ein umweltgerechter Lebensstil entwickelt werden, fordert Angrick, Chemiker und Abteilungsleiter im Umweltbundesamt. Bestehende Produktions- und Konsummuster, die in der Illusion der Unendlichkeit von Energie und Rohstoffen entstanden sind, sollten verändert werden. Die "radikale Abkehr von der gängigen Wachstumsideologie und eine Hinwendung zu einer an Suffizienz orientierten Wirtschaft" (21) hält der Autor für geboten. Eine Voraussetzung hierfür sei die "gesellschaftliche Gerechtigkeit" (45), die etwa durch ein Grundeinkommen für alle realisiert werden könnte. Die ökologische und die soziale Frage ließen sich so miteinander koppeln. Detailliert werden die einzelnen Elemente einer Ressourcenschutzpolitik in den unterschiedlichen Bereichen des Wirtschaftens entwickelt. Für den des Bauens und Wohnens gelte es etwa die weitere Zersiedelung der Landschaft zu verhindern und Neuansiedlungen verstärkt innerhalb der Siedlungskerne zu vollziehen. Von zentraler Bedeutung sei die Realisierung der kohlenstofffreien Energiewirtschaft, von klimafreundlichen Verkehrsmitteln und Gebäuden sowie Infrastrukturen. Darüber hinaus schlägt Angrick die Einführung einer globalen Steuer auf die Verwendung fossiler Energieträger und nicht erneuerbarer Rohstoffe vor, die von einer internationalen Agentur erhoben und budgetiert werden sollte. So ließe sich nicht nur eine Verknüpfung zwischen dem Ressourceneinsatz und einsatzbedingten Umweltschäden herstellen (Stichwort: globales Verursacherprinzip), sondern auch ein Nettotransfer von Nord nach Süd erzielen. Derzeit konzentriere sich die Umweltpolitik in der Bundesrepublik zu stark auf das Klimaproblem, Ressourcen- und Klimaschutz sollten aber Hand in Hand gehen. Wer fundierte Vorschläge sucht, wie eine sozial gerechte Umweltpolitik angesichts schwindender Ressourcen aussehen könnte, dem sei dieser Essay wärmstens empfohlen."

Umwelt aktuell http://www.dnr.de/publikationen/umak/artikel.php?id=60 ()

"Alle reden vom Klimawandel, doch ebenso wichtig sind die Rohstofffrage und unser Überkonsum. Denn jenseits unserer Aufmerksamkeit schwinden die Ressourcen der Erde, warnt Michael Angrick vom Umweltbundesamt.

Täglich verliert die Welt Tonnen fruchtbaren Bodens durch Erosion. Allein in Deutschland werden pro Tag über 100 Hektar Fläche neu beansprucht, Erze und Mineralien werden in einem Maße aus dem Erdreich geholt, als stünden sie unbegrenzt zur Verfügung. All dies geschieht jenseits unserer Wahrnehmungsschwelle. Zum Teil ist dies sicherlich unseren begrenzten Fähigkeiten zuzuschreiben, schleichende Veränderungen zu registrieren, eine weitere Ursache ist aber wohl auch die Übermacht des Themas "Klimaschutz". Für andere Aspekte ist derzeit einfach kein Platz.

Nun sollte man meinen, diese ungeteilte Aufmerksamkeit böte die beste Voraussetzung für Lösungen. Doch weit gefehlt, so der Autor Michael Angrick, Chemiker beim Umweltbundesamt. Zur Sprache komme überwiegend Kleinkram: CO2-Ablassscheine, Glühbirnenverbote, neue Kfz-Steuern. Einige Maßnahmen, wie die Etablierung des Abgaskatalysators, stünden einem umfassenden Ressourcenschutz sogar in unmittelbarer Konkurrenz gegenüber, denn die Gewinnung von Platinmetallen ist mit enormen Umweltproblemen verbunden.

Insgesamt laufe der Umweltschutz ohnehin Gefahr technokratisch zu werden, auf der Strecke bleibe die zentrale Frage aller Ressourcenprobleme, die Lebensstilfrage. Schließlich sei der "Konsumismus, also das Anhäufen von Gütern als Substitut für Sinn, (...) heute der größte Feind des Umweltschutzes". Oberstes Gebot ist für Angrick daher die "Wandlung bestehender Produktions- und Konsummuster, die in der Illusion der Unendlichkeit von Energie und Rohstoffen entstanden sind". Doch die Politik sei - siehe oben - nicht reif für den großen Wurf. Und so werden ergänzende Forderungen des Autors wie die Einführung einer Ressourcensteuer, die Aufgabe des Wachstumsdogmas und das Ende der Hegemonialansprüche des Marktes wohl noch weiter auf die lange Bank geschoben werden.

Angricks Buch ist ein kurz gefasster Überblick, ein Essay, welcher nach seinen eigenen Worten dazu beigetragen soll, das Thema Ressourcenschutz einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Auf wenig mehr als 100 Seiten ist Angrick das sehr gut gelungen!"


the author
Michael Angrick
Michael Angrick ist promo­vierter Diplom-Chemiker. Er ist seit 1986 Mitarbeiter am Umwelt­bundesamt und leitet dort seit August 2015 die Deutsche Emis­sionshandelsstelle. [more titles]
known reviews by the publisher
  • Ordo, Band 60, 2009, S. 615-616 more...
  • "Dabei beleuchtet er die "unter Wasser" liegenden Teile des Eisbergs" ...
    Politische Ökologie, 115-116, Juli 2009 more...
  • "Wer fundierte Vorschläge sucht, wie eine sozial gerechte Umweltpolitik angesichts schwindender Ressourcen aussehen könnte, dem sei dieser Essay wärmstens empfohlen." ...
    Zeitschrift für Politikwissenschaft, HR 4.45; NR 4.43 more...
  • "Auf wenig mehr als 100 Seiten ist Angrick das sehr gut gelungen!" ...
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