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Jahrbuch Nachhaltige Ökonomie 2020 / 2021

Im Brennpunkt: Nachhaltiges Wirtschaften und Innovation

"Jahrbuch Nachhaltige Ökonomie"

256 pages ·  24.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1444-9 (10. Februar 2021 )

 
Die Corona-Krise hat gezeigt, wie schnell die größte Herausforderung der Menschheit - die Klimaerwärmung - von aktuellen Krisen überlagert werden kann. Dabei müssen jetzt beide Probleme zusammen gedacht werden. Anders als in den 1930er Jahren haben die Politiker der Weltgemeinschaft in dieser Krise verstanden, dass wirtschaftliche Einbrüche und gesundheitliche Gefahren nicht den Märkten überlassen bleiben dürfen, sondern massive politische Maßnahmen erfordern. Bislang wurde aber nur zum Teil die Chance wahrgenommen, die staatlichen Gelder mit Innovationen und Investitionen in den Klimaschutz und den Transformationsprozess zum nachhaltigen Wirtschaften zu koppeln. Der Brennpunktbeitrag von Holger Rogall und Tobias Popovic über die jetzt notwendigen Innovationen eröffnet die Diskussion der Jahrbuchbeiträge. Anschließend gliedert sich das Jahrbuch in drei Themenblöcke zum Brennpunktthema und zu Transformationsstrategien/alternativen Ansätzen sowie Handlungsfeldern der Nachhaltigen Ökonomie. Den Abschluss bildet die Skizzierung der zentralen Trends der globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.


A. Vorwort


B. Brennpunkt

Holger Rogall, Tobias Popovic
Innovationen für das nachhaltige Wirtschaften

Claudia Kemfert
Zwischenruf: Wir sind am Wendepunkt


C. Themenkomplexe


Teil 1: Beiträge zum Brennpunktthema

Michael Müller
Das Öko-Kapital: Die Neuordnung des Reproduktionsprozesses

Katharina Gapp-Schmeling, Holger Rogall
Weiterentwicklung und Innovation der Nachhaltigen Ökonomie


Teil 2: Transformationsstrategien und alternative Ansätze der Nachhaltigen Ökonomie

Nina V. Michaelis
Alternative Wirtschaftssysteme - Ansatzpunkte für eine Nachhaltige Ökonomie

Tobias Popovic
Wird Nachhaltige Unternehmensführung zum Standard? Implikationen des EU Action Plan on Financing Sustainable Growth

Michael von Hauff
Vom quantitativen zum nachhaltigen Konsum

Siegbert Preuß
Klimapolitk im Spannungsfeld zwischen individueller und kollektiver Rationalität


Teil 3: Handlungsfelder der Nachhaltigen Ökonomie

Stefan Klinski
Das neue Klimaschutzgesetz auf Bundesebene: Was es leisten und nicht leisten kann

Christine Lacher, Zeineb Ghanemi
Herausforderungen in der Humanitären Hilfe - Logistik in Zeiten des Klimawandels

Uwe Nestle
Dezentrale Energiewende. Mehr regionale Autarkie oder Verzicht auf neue Stromleitungen führt zu einem höheren Bedarf von Windrädern

Edgar Göll, Siegfried Behrendt
"Industrie 4.0": Von einer Green Economy noch weit entfernt

Silke Bustamante, Martina Martinovic
Hochschullehre und nachhaltige Unternehmensentscheidungen. Konzeptionalisierung und erste empirische Ergebnisse zur Wirkung von Hochschullehre auf Verhaltensintentionen zukünftiger Manager


D. Trend der globalen Herausforderungen

Holger Rogall, Katharina Gapp-Schmeling, Anna Masako Welz

Widerspruch 71 (2021), S. 88-90 ()

"Der weit überwiegende Teil des Jahrbuchs 7 befasst sich mit dem Brennpunktthema "Innovation" und verwandten Themenkomplexen der Nachhaltigkeit. Die Einzelbeiträge thematisieren neben dem aktuellen ökonomischen Innovationsdiskurs hauptsächlich "Transformationsstrategien und alternative Ansätze der Nachhaltigen Ökonomie" sowie "Handlungsfelder" der sozialökologischen Transformation. Daneben findet der Leser eine Definition von "Nachhaltiger Ökonomie", wie sie im gleichnamigen Netzwerk - das noch pluralistischer aufgestellt ist als Redaktion und Beirat [des Jahrbuches] ... 2009 beschlossen wurden. Präsentiert werden auch "Kernaussagen" zu Problemfeldern sowie zu ökologischen, ökonomischen und sozialkulturellen "Managementregeln". Bei all der Pluralität - allein 15 Problemfelder der Nachhaltigen Ökonomie werden aufgezählt - wird dem nach wirklichen Erkenntnissen und deren gedanklicher Ordnung suchenden Leser leicht schwindlig. Schon bei der Definition der Nachhaltigen Ökonomie fragt sich ja der philosophisch anspruchsvolle Leser, wie eigentlich gewährleistet ist, dass Ökonomie ("ökonomische Theorie"), Philosophische Ethik ("intra- und intergenerative Gerechtigkeit", "Verantwortung"), Sozial- und Politikwissenschaft ("nachhaltige Demokratie"), Rechtswissenschaft ("Angemessenheit") und jene Disziplinen, in denen es um die Klärung und Anwendung der Begriffe "Nachhaltigkeit", "Vorsorge" und "Dauerhaftigkeit" geht, einander eigentlich verstehen. Nur zum letzten Punkt: Müsste nicht zu allererst geklärt werden, was "Nachhaltigkeit" in seiner Grundbedeutung eigentlich meint? Kann man über Nachhaltigkeit eigentlich nachdenken, ohne die in dem Wort enthaltene Zeitdimension explizit zu machen? Lehrt nicht schon das Paradigma der Forst- und Landwirtschaft, dass es dabei immer um die zyklische Zeit gehen muss, um die Wiederholbarkeit? Müsste nicht konsequenterweise neben dem Umgang mit der natürlichen Umwelt auch der Umgang mit der sozialen Mitwelt und der Umgang mit der personalen Innenwelt prinzipiell wiederholbar sein? Wieder nur zum Letzteren: Achten wir als Personen bei Entscheidungen und Handlungen nicht immer darauf, dass sie in ähnlichen Situationen wiederholbar sind und nennen diese Haltung als Philosophen "Reflexivität"? Und generell: Setzt die Überprüfung der wechselseitigen Verständlichkeit der Disziplinen (Kompatibilität) und ihrer Theorien (Anschlussfähigkeit) nicht voraus, das Abstraktionsniveau der Grundbegriffe zu erhöhen, so dass Grundkategorien wie Mensch, Leben, Bedürfnis, Wirtschaft — darunter auch das Marktarrangement als eines unter vielen - und eben auch Dauerhaftigkeit beziehungsweise Nachhaltigkeit als gemeinsame Bausteine für die Fundamente aller weiteren theoretischen und praktischen Bemühungen definiert sind?

Dieses Durcheinander und diese Unklarheiten im herrschenden Nachhaltigkeitsdiskurs wurde im Übrigen schon im Bericht der Enquete-Kommission "Schutz des Menschen und der Unwelt - Ziele und Rahmenbedingungen einer nachhaltigen zukunftsverträglichen Entwicklung" aus dem Jahr 1998 zum Thema. In einem Sondervotum kritisiert Jürgen Rochlitz, dass im Mehrheitsbericht der Hunger von heute im globalen Süden umstandslos den Nöten von morgen im globalen Norden (diese idealtypische Trennung wird heute immer mehr verwischt, F. R.) und die soziale mit der ökologischen Dimension gleichgestellt werde. Vielmehr müssten, so Rochlitz, die Bedürfnisse der Dritten Welt einen Vorrang genießen und die Ökonomie als Kurzzeitperspektive der Ökologie als Langzeitperspektive untergeordnet werden. Rochlitz fordert deshalb, das Nachhaltigkeitsdreieck zu einem "Magischen Viereck" auszuweiten, dessen solide Basis die Ökologie ist, auf der einerseits das Soziale, andererseits Kultur und Bildung aufbauen, überwölbt durch die Ökonomie. Rochlitz forderte bereits vor 23 Jahren daher - und das ist dem Rezensenten hier wichtig - mit Zeit völlig anders umzugehen, als das in der herrschenden Marktwirtschaft geschieht. Der Mehrheitsbericht halte im Grunde an der herrschenden Wirtschaftsweise fest. Konkret plädiert Rochlitz für eine konsequente "Kreislaufwirtschaft", für eine "Mode des Langlebigen", für einen "Lebensstil der behutsamen Langsamkeit". Wer heute an einer Nachhaltigen Ökonomie arbeitet, so der Wunsch des Rezensenten für Band 8 und folgende, sollte hinter diesen Erkenntnisstand nicht zurückfallen."




the author
Prof. Dr. Holger Rogall
Holger Rogall ist Professor für Nachhaltige Ökonomie a.D. 2012-2018 war er Direktor des Instituts für Nachhaltigkeit der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (INa). Er ist Lehrbeauftragter an der Leuphana Universität Lüneburg und der HWR Berlin. Darüber hinaus ist er Leiter des Institutes für Nachhaltige Ökonomie (INÖk), Vorsitzender der Gesellschaft für Nachhaltigkeit e.V. (GfN) und Koordinator des Netzwerks Nachhaltige Ökonomie. Davor war er vier Legislaturperioden Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin sowie Fachbereichsleiter im Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung. [more titles]
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  • "schwindlig" ...
    Widerspruch 71 (2021), S. 88-90 more...
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